Drei Gründe, warum Social Media Jugendlichen schaden

Social Media wie Facebook, Instagram und Snapchat sind in den USA als Ursache für wachsende Einsamkeit, Depressionen und soziale Ängste unter Jugendlichen in der Kritik.

cc 0.3 9EkieraM1 Eileen Maydali, Sascha und Shirin Navidy - QVC

Das Magazin des "Greater Good Science Center" an der Universität Berkeley in Kalifornien veröffentlichte in diesen Tagen einen Artikel der Bildungsexpertin Christine Charter. Sie stellt Studien vor, die Social Media die Schuld für wachsende Einsamkeit, Depressionen und soziale Ängste unter Jugendlichen geben.

Nachfolgende die wichtigsten Erkenntnisse. 

Social Media fördern Einsamkeit und Ausgrenzung

Umfragen belegen, dass Jugendliche in den USA sich heute einsamer und ausgegrenzter fühlen als 2010. Ursachen dafür sind u.a.: Da sich Partys heute auch auf Snapchat und  Instagram abspielen, können alle sehen, wer mit wem, was tut. Jugendliche erfahren so ständig, zu welchen Partys sie nicht eingeladen werden und fühlen sich ausgegrenzt.

Je mehr Zeit sie mit ihren Smartphones und Computern verbringen, desto weniger Zeit haben sie für echte Begegnungen. Sie fühlen sich also nicht nur allein, sie sind es auch. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Jugendlichen, die täglich ihre Freude treffen halbiert.

Experimente des Neurowissenschaftlers John Cacioppo haben bewiesen, dass Einsamkeit den Cortisolspiegel ansteigen lässt und ähnliche Effekte hat, wie ein körperlicher Angriff. Er geht davon aus, dass Einsamkeit häufig nicht die Folge von Depressionen ist, sondern umgekehrt: Einsamkeit verursacht Depressionen.

Social Media fördert den Materialismus

Andere Studien belegen, dass es Jugendlichen heute wichtiger denn je ist, wohlhabend zu sein, und dass andere Werte und intrinsische Motivationen an Bedeutung verlieren. Jugendliche mit großem Medienkonsum sind individualistischer und weniger gemeinschaftsorientiert.

Obwohl es noch nie so einfach war, an politische Informationen heranzukommen, denken sie weniger denn je über soziale Themen nach. Stattdessen erfahren sie mehr denn je, über das (vermeintliche) Leben der Berühmten, Reichen und Schönen.

Je öfter sie darüber nachdenken, wie sie selber auch reich und berühmt werden könnten, desto unglücklicher, deprimiert und ängstlicher sind sie.

Wenn sie keine alternativen Werte für sich finden können, werden sie ängstlich und deprimiert, entwickeln sich schlechter und fühlen sich innerlich leer.

Social Media verunsichert Jugendliche zutiefst 

Auf Snatchap, Facebook und Instagram werden Jugendliche ständig mit inszenierten „Geschichten“ konfrontiert, die darauf hinauslaufen, dass man nur glücklich werden kann, wenn man reich, berühmt und schön ist. Schon wenige Minuten  Snapchat oder Instagram reichen aus, um selbstsichere Jugendliche zu verunsichern. Auch Jugendliche aus wohlhabenden Milieus fühlen sich in diesem medialen Umfeld erniedrigt.

Ein niedriger sozialer Status oder das Gefühl, nicht respektiert zu werden, lösen oft Depressionen aus. Schlimmer noch als ein niedriger sozialer Status ist das Gefühl, dass der eigene Status ständig bedroht ist. Genau dieses Gefühl nimmt durch Instagramm und Snapchat zu. 

Echte soziale Bindungen helfen 

Die Autorin empfiehlt Erwachsenen ihren Kindern vorzuleben, dass vor allem echte und tiefe soziale Beziehungen glücklich machen. In den Ferien sollten Eltern ihr Smart-Phone und den Computer ausschalten und die Zeit nutzen, um ihren Kindern zu zeigen, wie sehr sie sie schätzen

Christine Carter ist ehemalige Direktorin des GGSC, Autorin des Elternblogs Raising Happiness und hat mehre einschlägige Bücher über Glück und Erziehung geschrieben.  

02. Dezember 2018
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