Früchte und Obst auf Balkonien

Pünktlich zum Frühlingsmonat April: Tipps und Tricks für Früchte auf deinem Balkon.

© Marie de Gouville

Sicherlich: Die Erträge sind überschaubar. Dafür kannst du aber miterleben, wie aus einer Blüte ein Apfel, eine Zitrone oder eine Erdbeere entsteht. Und die Bienen freuen sich über das zusätzliche Nahrungsangebot. Um eigenes Obst zu ernten, brauchst du keinen Garten und keine Streuobstwiese. Viele Früchte lassen sich auch in einem Kübel ziehen.

Obst auf Balkon und Terrasse:

Erdbeeren

Erdbeeren sind für Naschobst auf dem Balkon ideal. Du kannst sie im Kübel, im Balkonkasten oder in einem Erdbeerturm anbauen. Es gibt auch hübsch rankende Sorten für die Blumenampel. Je nach Sorte kannst du Erdbeeren ab Juni ernten – allerdings nur ein Mal im Jahr. Ausnahme: Monatserdbeeren. Sie blühen den ganzen Sommer hindurch und können bis zum Frost Früchte tragen. Etwa alle drei Jahre solltest du die Pflanzen auswechseln. Neue Erdbeerpflanzen kannst aus Ablegern ziehen. Nur Monatserdbeeren musst du aussäen.

Zitronen

Zitronen bringen Mittelmeer-Flair auf deinen Balkon: Nicht nur die Blüten und Früchte duften nach Zitrus, sondern auch die Blätter, wenn du darüber streichst. Hierzulande sollten Zitronen grundsätzlich im Kübel angebaut werden, da sie die kalten Wintermonate drinnen zubringen müssen. Mitte-Ende Mai können die Bäumchen auf den sonnigen Balkon umziehen. Zitronen blühen das ganze Jahr hindurch. Um ernten zu können, ist Geduld gefragt: Bis zu 14 Monate kann es dauern, bis die Früchte reif sind.

Übrigens: Einen Zitronenbaum kannst du auch aus einem Kern selber ziehen. Allerdings solltest du ihn veredeln: Ansonsten dauert es viele Jahre, bis er zum ersten Mal blüht.

Himbeere

Auch Himbeeren lassen sich an einem sonnigen, windgeschützten Standort im Kübel anpflanzen. Die Pflanze braucht aber in der Regel viel Platz. Bei einem kleinen Balkon bieten sich daher kompakt gezüchtete Sorten an, die etwa einen Meter hoch werden. Einige von ihnen gibt es auch ohne Stacheln, so dass du dich beim Pflücken der süßen Früchte nicht verletzt.

Tipp: Schneide im Herbst die Triebe zurück und umwickle den Kübel mit Vlies, damit die Himbeere den Winter gut übersteht.

Feige

Frische Feigen aus dem eigenen Mini-Obst-Garten schmecken oft viel aromatischer als die Ware aus dem Supermarkt – vor allem wenn das Bäumchen an einem sonnigen Platz auf dem Balkon steht. Grundsätzlich haben Feigen einen recht kurzen Stamm, dafür kann die Krone recht ausladend werden. Mit seinen großen gelappten Blättern ist ein Feigenbaum dadurch auch ein toller Sichtschutz.

In milden Lagen können Feigen mit entsprechendem Winterschutz auch in den kalten Monaten draußen bleiben. Ansonsten solltest du sie besser drinnen überwintern.

Physalis: Andenbeere und Ananaskirsche

Die orangefarbene Andenbeere lässt sich hervorragend in einem Kübel auf dem Balkon ziehen. Da die Pflanze ursprünglich aus Südamerika kommt, solltest du ihr einen sonnigen, warmen und geschützten Platz auf dem Balkon einräumen. Die Beeren sind reif, wenn die lampionartige Hülle eingetrocknet ist.

Alternativ zur Andenbeere kannst du auch Ananaskirschen anbauen. Diese Physalis-Sorte wächst kompakter und ihre Früchte sind früher reif – allerdings auch wesentlich kleiner.

Pfirsich

Weiß, rot oder gelb: Pfirsiche für den Anbau im Kübel gibt es inzwischen in mehreren Sorten und Farben. Je nach Züchtung werden die Bäumchen ein bis zwei Meter hoch. An einem sonnigen Standort blühen sie wunderschön im Frühjahr, im Sommer tragen sie dann süße, aromatische Früchte.

Viele Pfirsich-Sorten sind winterhart und können in der kalten Jahreszeit draußen bleiben, wenn du den Kübel gut einpackst. Damit das Bäumchen viele Jahre lang trägt, solltest du die Triebe einmal im Jahr schneiden.

Heidelbeere

Heidelbeeren sind ideal für einen Anbau in einem breiten Kasten oder Kübel: Ihre Wurzeln wachsen nämlich nicht in die Tiefe, sondern in die Breite. Da sie einen sonnigen Standort lieben, musst du sie gerade im Sommer regelmäßig gießen. Ansonsten sind Heidelbeeren recht pflegeleicht und müssen in der Regel erst nach mehreren Jahren geschnitten werden – zumindest wenn du eine kompakte Züchtung gekauft hast.

Achtung: Heidelbeeren brauchen einen sauren Boden. Du solltest sie daher in spezielle Moorbeeterde pflanzen.

Melone

Nicht viel Sonne auf dem Balkon? Kein Problem! Manche Melonen-Sorten freuen sich auch über ein warmes, halbschattiges Plätzchen – am besten mit einem Rankgitter für die langen Triebe. Die Jungpflanzen kannst du auf der warmen Fensterbank vorziehen und ab Mitte Mai in einen großen, gut mit Dünger versorgten Kübel pflanzen: Melonen brauchen viele Nährstoffe – und viel Wasser!

Tipp: Damit die Früchte nicht gammelig werden, solltest du ihnen in der Wachstumsphase ein Brett unterlegen.

Brombeere

Brombeeren sind recht pflegeleicht und anspruchslos. Sie brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Die schwarzen Früchte sind Ende Juli reif. Nach der Ernte solltest du die zweijährigen Ruten schneiden. Wie bei Himbeeren gibt es auch bei Brombeeren spezielle Züchtungen für Balkon und Terrasse, deren Ranken nicht so lang und stachelfrei sind: Einige von ihnen wachsen buschig und werden etwa einen Meter hoch, andere wachsen schlank als Säule und werden bis zu drei Meter hoch.

Apfel

Auf dem Balkon kannst du natürlich auch eigene Äpfel anbauen. Säulenobst, bei denen die Bäume keine ausladende Krone ausbilden, gibt es auch in Mini-Ausgaben mit einer Höhe bis zu 1,50 Meter. Damit dein Baum im Herbst Früchte trägt, braucht er aber nicht nur viel Sonne und Dünger. Er muss auch in der Nähe eines weiteren Apfelbaumes wachsen, mit dessen Pollen die Bienen die Blüten bestäuben können. Darüber hinaus solltest du den Baum regelmäßig schneiden.

Ein Mini-Obst-Garten geht fast immer

Du glaubst, du hast keinen Platz auf dem Balkon für einen Obstbaum? Vielleicht doch: Viele Äpfel, Kirschen, Pfirsiche und Beerensträucher gibt es inzwischen in Säulen- und Mini-Versionen und sind für den Anbau in Kübeln geeignet. Erkundige dich aber, ob dein Balkon schwere Kübel tragen kann. Abgesehen davon gibt es auch noch leckeres Obst, dem sogar nur ein Balkonkasten genügt!

Grundsätzlich braucht dein Obst-Garten viel Sonne. Die Erde sollte durchlässig sein und je nach Pflanze alle ein bis drei Jahre getauscht werden. Tipp: Gib beim Einpflanzen Langzeitdünger hinzu.

Erschienen auf: www.utopia.de

01. April 2018
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