Ganz konkret Leben verändern

Vivanne Dubach setzt sich für Frauen in der Mongolei ein. Ihr Engagement zeigt, was eine Einzelperson konkret bewirken kann

Vivanne Dubach hilft beim Jurtenaufbau

Zum ersten Mal reiste Vivanne Dubach nach der Matura in die Mongolei. Dort lernte sie die lokale NGO Gerelt Mur kennen, die sich für benachteiligte Frauen einsetzt und ausländische Organisationen bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt. Die damals 19-Jährige begleitete die Leiterin von Gerelt Mur in die Slums der Hauptstadt Ulaanbaatar. Im Sommer 2017, zehn Jahre später, reist Dubach bereits zum dritten Mal in die Mongolei. Ihr Ziel: Jurten für Frauen in Not zu verschenken. «Ich hatte nach meinem zweiten Besuch in der Mongolei auf einmal das Gefühl, dass es mich etwas angeht», sagt Dubach. «Alle Kontakte waren da. Solch eine Gelegenheit ist selten.» 

Dubach hatte feststellen müssen, dass viele Frauen in der Mongolei unter häuslicher Gewalt leiden. «Die mangelnde Perspektive in den Städten führt besonders bei Männern zu übermässigem Alkoholkonsum», sagt Dubach. Jene Frauen die sich trennen, stehen danach mit ihren Kindern alleine da. Die minimale Unterstützung des Staates reicht nicht aus, um sich über Wasser zu halten. Viele rutschen fast unausweichlich in die Armut.

«Wenn ich das Leben von vier Frauen verändern kann, hat das bereits einen Wert» 

Dort setzt Dubach mit ihrem Projekt an, dem sie den Namen «Mandach Naran» gab – auf mongolisch eine poetische Beschreibung für «aufgehende Sonne». Dafür kreierte die studierte Forstpathologin in ihrer Freizeit Geschenkartikel, die sie verkaufte. Mit den rund 3500 gesammelten Franken erwarb sie in der Mongolei vier Jurten für benachteiligte Frauen. Zum Beispiel für Byambasuren, die dank dem Eigenheim der häuslichen Gewaltspirale entkam. Oder Myagmasuren, die in einem Feuer alles verlor und ihre Rente in Armut fristete.

Byambasuren und ihre Tochter auf dem Bett, das ihr ganzes Zuhause darstellt

 

«Es ist ein Tropfen auf den heissen Stein», so Dubach, «aber wenn ich damit das Leben von vier Frauen verändern konnte, hat das bereits einen Wert.» Beeindruckt von der beobachteten Wirkung hat Dubach beschlossen, das Projekt weiterzuführen. Erfreulicherweise hat die Zürcher Schmuckbörse (Verein der Juwelen) ihr dafür eine Spende zugesichert.

Währenddessen gleist Dubach bereits neue Projekte auf: eine Kampagne soll das Litteringproblem angehen für das noch keinerlei Sensibilisierung besteht und durch die Unterstützung eines Filmkünstlers will sie den kulturellen Austausch fördern. «Wenn ich ein Problem sehe will ich es verstehen und tun, was mir möglich ist», sagt Dubach über ihre Herangehensweise. «Selbst kleine Veränderungen können ansteckend auf die gesamte Gemeinschaft wirken.»

Spenden sind jederzeit willkommen:

Vivanne Dubach – Mandach Naran Spendenkonto: 89-334305-2
IBAN: CH61 0900 0000 8933 4305 2 

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Samanta Siegfried

Submitted by reto on Di, 10/10/2017 - 09:47

Samanta Siegfried hat 2010 ihre journalistische Laufbahn als Praktikantin beim Zeitpunkt begonnen. Später besuchte sie die Zeitenspiegel-Reportageschule und berichtet seither als freie Journalistin über Gesellschafts- und Umweltthemen, immer auf der Suche nach leisen Tönen und mutigen Taten. Seit Oktober 2017 ist sie als Webredaktorin zurück beim Zeitpunkt und betreut das Infoportal.

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