Die Würde der Dinge

Reparieren statt wegwerfen! heisst das Motto der «Rep Statt» in Basel, wo defekte Geräte und Dinge ein zweites Leben erhalten.

Gründungsmitglied Ueli Wieser ersetzt zwei integrierte Schaltungen in einem ansonsten todgeweihten, erst 30-jährigen Audioverstärker.

Wenn das Kabel eines Föhns angerissen ist, wenn der Schlitten eines DVD-Players klemmt, oder wenn eine alte geliebte Giesskanne rinnt, dann würde ein Reparaturservice sehr geschätzt. Würde … weil Reparateure leider am Aussterben sind. Nicht aber in Basel, wo drei pensionierte Handwerker zusammen mit zwei Studenten allgemeine Reparaturwerkstatt gegründet haben, in der sachkundige Reparateure ihre Fähigkeiten anbieten.

Seit 2015 gibt es in der alten Basler Markthalle die «Rep Statt». Ein Team aus pensionierten Fachleuten, Handwerkern, Studenten und sozial beeinträchtigten Personen bietet dort vielfältige Reparaturdienstleistungen an. Repariert wird, wenn immer möglich, gleich vor Ort: Elektro- und Elektronikgeräte, Holz- und Metallgegenstände, feinmechanische Maschinen bis   zu Textilien und Accessoires, dies zu einem einheitlich ein Tarif von einem Franken pro Minute Reparaturzeit, zuzüglich allfälliger Materialkosten. Ein 3D-Drucker hilft bei derHerstellung von Ersatzteilen, die ansonsten nicht mehr verfügbar wären.

Die «Rep Statt» wird von einem gemeinnützigen Verein getragen. Dessen Jahresmitgliedschaft kostet 30 Franken, wobei Neumitglieder einen Gutschein für 30 Minuten Gratis-Reparaturarbeit erhalten. Sachkundige Mitglieder dürfen die Infrastruktur der «Rep Statt» für eigene, kostenlose Reparaturarbeiten benutzen. Werden Reparaturdienstleistungen an externe Kunden verrechnet, müssen 10 Prozent der Einnahmen als Unkostenbeitrag rückerstattet werden. Der Trägerverein ist aber kein Arbeitgeber, er verlangt vielmehr von allen seinen Reparateuren, dass sie ihre Auflagen bezüglich Steuern, Sozialabgaben und Versicherungen eigenverantwortet erfüllen.

Wenn also ihr Föhn demnächst wegen Kabelbruch kalt und stumm bleibt, dann kommen sie mit ihm nach Basel in die «Rep Statt», dort tut man alles, damit er wieder heiss und kräftig bläst.

Mehr Infos auch auf www.rep-statt.ch