Naturverlust gefährdet die Menschen weltweit

Die biologische Vielfalt geht in allen Regionen der Welt zurück. Das ist (erneut) das Fazit des Weltbiodiversitätsrats, der in Kolumbien den Stand der Wissenschaft zur globalen Biodiversität beriet.

Der Rückgang der biologischen Vielfalt gefährdet das menschliche Wohlbefinden, aber es gibt Möglichkeiten zum Schutz und zur Wiederherstellung. So titelt der Weltbiodiversitätsrat IPBES in seiner Presseerklärung, nachdem vier regionale Berichte zur Biodiversität und der Ökosystemleistungen beim 6. Plenum in Medellín/Kolumbien von den Staatenvertretern verabschiedet wurden. Sie umfassen die Regionen Amerika, Asien und Pazifik, Afrika sowie Europa und Zentralasien.

«Wir brauchen derzeit unser Naturkapital auf, dabei sollten wir von den Zinsen leben»

«Wir brauchen derzeit unser Naturkapital auf, dabei sollten wir von den Zinsen leben», resümiert etwa Professor Markus Fischer (Universität Bern), einer der beiden Berichtsleiter des regionalen Berichts zu Europa/Zentralasien.

«Die biologische Vielfalt und die Beiträge der Natur für die Menschen klingen, für viele Menschen, akademisch und weit entfernt von unserem täglichen Leben», sagte der Vorsitzende von IPBES Sir Robert Watson. «Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein – sie sind das Fundament unserer Nahrung, unseres sauberen Wassers und unserer Energie. Sie stehen nicht nur im Mittelpunkt unseres Überlebens, sondern auch unserer Kulturen, Identitäten und Lebensfreude.» 

Trotz dieser schlechten Nachrichten haben die Wissenschaftler die Hoffnung, dass das Artensterben noch abgebremst werden kann. Dafür müssten allerdings mehr Schutzgebiete geschaffen, zerstörte Gebiete wiederhergestellt und Landwirtschaftssubventionen überdacht werden. Verbraucher sollten ihren Fleischkonsum reduzieren. Für verschiedene Regionen wird es verschiedene Lösungen geben müssen, sagte der IPBES-Vorsitzende Robert Watson. «Es ist noch nicht zu spät.»

Ausführliche Hintergründe und Lösungsansätze hier.