Globale Korruption vernichtet weltweite Fischbestände: ein Fünftel der Fänge illegal

Weltweite Korruption setzt den globalen Fischbeständen immer mehr zu. Zu diesem Schluss kommt die World Conservation Union IUCN http://www.iucn.org in einer aktuellen Studie. Die Korruption erfasse sämtliche Bereiche des Fischfangs, kommt die Organisation zum Schluss. Die eigentliche Katastrophe daran sei jedoch, dass sich die Situation noch verschlimmern werde.


«Korruption frisst sich in die Knochen der Fischereiindustrie», meint der Experte Andrew Hurd, Deputy Head des IUCN Meeresprogramms. Die international vereinbarten Reglements über Fangquoten würden zumeist nicht eingehalten, da die Mengen der gefangenen Fische weltweit immer weiter abnehmen. Zudem frequentieren immer mehr «Piratenschiffe», die unter falschen Flaggen fahren, die Weltmeere. Ein weiteres grosses Problem ist das falsche Etikettieren von Fischen als «nachhaltig». Unter Druck geraten auch die Fischereiinspektoren, die dem Experten zufolge zunehmend bedroht oder geschmiert werden. Auch die Shrimp-Farmen in den tropischen Regionen stehen auf der Liste der IUCN: Hier würden vielfach Kinder als billige Arbeitskräfte eingesetzt.

Das Gesamturteil der IUCN ist dramatisch: Etwa ein Fünftel der gesamten Fische aus den Meeren sind illegal gefangen. Auch für die Experten sind diese Ergebnisse schockierend, denn Fangquoten werden nach Beständen errechnet. Viele Forscher haben den Druck auf die Fische unterschätzt und die Quoten zu hoch angesetzt. Nicht einmal das werde von den Behörden überwacht, kritisiert die Organisation. «Fischerei-Manager sollten zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie wissenschaftliche Gutachten ignorieren», so Hurd.

Quelle: pressetext.at
04. Februar 2008
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