«Guter» Agrosprit aus Pflanzenabfällen

Agrokraftstoffe sind in den vergangenen Wochen zum Kritikpunkt der Öffentlichkeit geworden, da die Produktion von Ethanol aus Mais und Getreide diejenige von Nahrungsmitteln konkurriert. Zudem trägt sie nur unwesentlich zur CO2-Reduktion bei. Dass es dazu auch Alternativen gibt, zeigen Forscher um Prof. Eckhard Boles vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie suchen nach neuen Ansätzen zur Verbesserung der Stoffwechseleigenschaften von Hefen, sodass sie auch Pflanzenabfälle verwerten können – allerdings mit Gentechnologie.

Die künstlich erzeugten Gene erlauben es den Hefezellen, bestimmte Zuckerarten in pflanzlichen Abfällen deutlich effizienter zu Ethanol umzusetzen. Der Ertrag konnte um 25 Prozent gesteigert werden, die Geschwindigkeit des Prozesses sogar um 250 Prozent.

Verwendet werden können praktisch alle pflanzlichen Abfallstoffe, egal ob sie aus der Nahrungsmittelindustrie oder der Landwirtschaft kommen. Die Pflanzenabfälle müssen vorhydrolisiert – das bedeutet «verzuckert» werden. Das geschieht entweder mit Hilfe von Enzymen oder durch starke Säuren. Die Anwendung von Enzymen ist für eine industrielle Herstellung noch zu teuer.

Das Potenzial, Ethanol nur aus den Abfällen vom Acker zu gewinnen, sei enorm, so Boles. Rechne man noch andere pflanzliche Abfallstoffe wie Energiegräser oder Gemüseschnittabfälle hinzu, stünden riesige Mengen zur Verfügung. «Wenn die technischen Hürden, die es noch zu lösen gibt, einmal überwunden wurden, wird Ethanol in wenigen Jahren aus Zellulose hergestellt werden können. Dann gibt es das Problem mit der Nahrungsmittelkonkurrenz nicht mehr.» Die Erfindung wurde zum Patent angemeldet.

Die neuen Methoden der Synthetischen Biologie sollen nun für weitere Aufrüstungen der Hefe genutzt werden. So ist die Forschergruppe um Boles auch damit beschäftigt, Hefen zu konstruieren, die Butanol produzieren, das einen wesentlich höheren Brennwert als Ethanol hat und zudem in herkömmlichen Pipelines transportiert werden kann», so Boles. Butanol sei herkömmlichen fossilen Treibstoffen sehr ähnlich. Um die Erfindungen möglichst schnell in den industriellen Maßstab zu überführen, hat Boles kürzlich mit dem Investor Günther Festel die Firma Butalco GmbH mit Sitz in Hünenberg/ZG gegründet. Das Unternehmen sucht noch Investoren.

Quelle: pressetext.austria

Link:
www.butalco.com
22. November 2007
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