Pervers: Regenwald-Rodungen profitieren vom Handel mit CO2-Zertifikaten

Das Kyoto-Protokoll als Klimakiller: Weil Wiederaufforstung belohnt wird, Schutz der Wälder aber nicht, befördert der Vertrag Regenwald-Rodungen.

Eigentlich soll der Vertrag die weltweite Erwärmung bremsen. Jetzt aber weisen Wissenschaftler um Gustavo da Fonseca von der Organisation Conservation International sowie der University of California nach: Das Kyoto-Protokoll treibt die Rodung intakter Regenwälder voran. Und steigert so den CO2-Gehalt der Atmosphäre zusätzlich.

Schuld sind die Regeln des internationalen Kohlendioxid-Handels. Dabei profitieren Länder oder Firmen, die Dschungel abholzen, um sie dann wieder aufzuforsten, weil die neu gepflanzten Bäume später CO2 speichern. Sie erhalten für diese Wiederaufforstung Geld. Wer jedoch seine Tropenwälder von vornherein schützt, geht leer aus - eine Lücke im Vertragstext. "Wer nichts verkaufen kann, da seine Wälder intakt sind, der holzt jetzt eben erst ab, damit auch diese Länder am Carbon Trading verdienen", beschreibt Wissenschaftler da Fonseca die seiner Ansicht nach pervertierte Situation.
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22. August 2007
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