UBS, HSBC: ein kriminelles System

Durch die jüngsten Enthüllungen über die Grossbank HSBC, ursprünglich das Finanzhaus für den Opiumkrieg des Britischen Empire gegen China, erregt eine weitere „Whistleblowerin“ Aufmerksamkeit. Die ehemalige Protokollchefin der Schweizer Grossbank UBS in Frankreich, Stephanie Gibaud, warnte in Interviews, „Hunderte“ von Banken agierten ganz genauso wie die HSBC, d.h. sie richten Tausende von Geheimkonten ein, damit die Konteninhaber Steuern hinterziehen können. Ganz zu schweigen von Geldwäsche für die Drogenmafia, Täuschung von Kunden mit toxischen Papieren und Manipulation von Zinssätzen wie dem LIBOR.

Diese kriminellen Machenschaften sind keine Randerscheinungen, sie sind das eigentliche Geschäft dieser Banken. Das ganze transatlantische Finanzsystem ist ein kriminelles Unternehmen. Wie wir letzte Woche berichteten, haben die HSBC-Enthüllungen „einen politischen Sturm im Vereinigten Königreich ausgelöst“, wie die BBC es formulierte. Die Steuerbehörde HMRC erfuhr schon 2010 von der systematischen Beihilfe der HSBC zur Steuerhinterziehung, doch von 1100 Inhabern illegaler Konten wurde nur ein einziger belangt! Und der Chef der HSBC, Stephen Green wurde zu der Zeit sogar zum Handelsminister ernannt, die HMRC informierte die Regierung nicht von den Verbrechen seiner Bank.

Parallel dazu hat in den USA Loretta Lynch, die Präsident Obama als neue Justizministerin vorgeschlagen hat, 2012 die HSBC mit einer vergleichsweise geringen Geldstrafe davonkommen lassen , niemand von der Bank wurde vor Gericht gestellt. Wie Gibaud aufdeckte, richten sich die Machenschaften der kriminellen Grossbanken auch gezielt gegen die BRICS-Gruppe und ihre Verbündeten. Gibaud und der HSBC-Informant Hervé Falciani arbeiten mit den indischen Behörden zusammen, um das Ausmass der kriminellen Aktivitäten aufzudecken; beide Banken schafften für Steuerhinterziehung Millionensummen aus dem Land. Auch die argentinische Steuerbehörde AFIP erhält von ihnen Informationen.

In einem Interview mit dem Sender NDTV aus Neu- Delhi hatte Gibaud im Dezember erklärt, dass die Banken nach dem Finanzkrach 2008 ihren Schwerpunkt auf die BRICS und andere Schwellenländer verlagerten, allen voran Indien, Argentinien und Nigeria. Argentinien stellt sich der Herausforderung und führte Razzien bei der HSBC durch, verhängte Strafen wegen Geldwäsche und forderte die Rückführung illegal ins Ausland geschaffter Gelder.



Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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26. Februar 2015
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