Sikkim: Ein indischer Staat wird zum ökologischen Vorzeigeland

Der begehrte „Future Policy Award“ für die weltweit erfolgreichste Politik, den die Welternährungsorganisation (FAO) in Zusammenarbeit mit dem World Future Council und der Internationale für den Organischen Landbau (IFOAM) vergibt, ging in diesem Jahr nach Sikkim. Das kleine, am Fuße des Himalajas gelegene Land, konnte sich gegen einundfünfzig nominierte Politikvorschläge aus 25 Staaten (darunter auch Dänemark) durchsetzen.

Sikkim ist der weltweit erste „100 Prozent Bio“ Staat. In nur 15 Jahren hat das 7,29,900 Hektar  große Land es geschafft, die 10,2 Prozent seines Landes, das landwirtschaftlich genutzt wird, auf zertifizierten ökologischen Landbau umzustellen.

Diese Entwicklung hat das Land seinem Präsidenten Pawan Chamling zu verdanken. Er ist seit 1994  im Amt und Indiens am längsten regierender Premier. Sie ist "von oben" verordnet.

2003 stoppte Sikkim den Import von Kunstdünger und untersagte – Stück für Stück - den Einsatz von Pestiziden. Diese Landwirtschaftspolitik war verbunden mit Investitionen in das Gesundheitswesen, die Bildung, die ländliche Entwicklung und nachhaltigen Tourismus (Ökodörfer).

Die Regierung war in diesem Prozess beratend und unterstützend tätig. Sie hat die Gründung von Genossenschaften vorangetrieben, die den Farmern ihre Produkte abkaufen und für ein „Fair Price“ – System gesorgt, das allen Menschen den Zugang zu bezahlbaren Lebensmitteln ermöglicht. 

Von diesem Wandel haben nicht nur die 66.000  Familienbetriebe in der Landwirtschaft profitiert. Auch die Gesamtwirtschaft und  der Tourismus boomen. Die Zahl der Touristen hat sich zwischen 2014 und 2017 verdoppelt.