In jedem Anfang wohnt Begeisterung

Einfach mal machen statt jammern. Doch wie? Eine Anleitung dazu gibt es in der neu gegründeten Schule des Handelns in Zürich

Alles geben will gelernt sein! © Kulturhaus Helferei

Wir wissen immer mehr und tun immer weniger. Diesem Zustand will die Schule des Handelns entgegenwirken, die das Kulturhaus Helferei in Zürich dieses Jahr ins Leben rief. «Heute findet man Probleme und Lösungen zu allen Themen auf einen Klick», erläutert Gabriel Zimmerer, einer der Organisatoren, die Idee. «Doch die vielen Informationen scheinen oft eher zu lähmen statt zu motivieren.» Deshalb will das vierköpfige Organisationsteam mit der Schule des Handelns vor allem eins: zum anpacken inspirieren. Seit Februar bieten sie jeweils am ersten Samstag im Monat einen Workshop dazu an. Bereits bei der Anmeldung wird man mit einer Aufforderung konfrontiert: «Komm raus!», «Gib alles!» oder «Trenn dich!», lauten die ersten Veranstaltungstitel. Behandelt werden die Meinungsfreiheit, Solidarität oder Beziehungen. «Uns geht es vor allem darum, die Begeisterung die in jedem Anfang steckt zu vermitteln», sagt Zimmerer.

Schule neu definiert

Zu den verschiedenen Themen werden jeweils Experten eingeladen. Menschen, die laut Zimmerer alle in irgendeiner Form mit ihrem Mut zum Handeln aufgefallen sind. Zum Beispiel Flavia Kleiner von der politischen Bewegung Operation Libero, oder Christoph Moser, Mitbegründer des Online-Magazins «die Republik». Sie sollen den Teilnehmerinnen konkrete Handlungsanleitungen zum aktiven Sich-Einbringen mit auf den Weg geben. Am ersten Workshop, an dem rund 30 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren teilgenommen haben, hat Kleiner etwa mit einer Gruppe erste Internetkampagnen lanciert. Doch braucht es dafür eine «Schule»? «Den Begriff haben wir bewusst gewählt», sagt Zimmerer. Sie sähen darin eine Möglichkeit, zu zeigen, was Schule anders sein könnte als was man von ihr erwarte.

«Uns geht es vor allem darum, die Begeisterung die in jedem Anfang steckt zu vermitteln»

Erinnerung an Zwingli

Dass die Schule des Handelns 2018 gegründet wurde, ist kein Zufall. Das Kulturhaus Helferei befindet sich in jenem Haus, in dem der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli einst gelebt hatte. Vor 500 Jahren hatte er die «Schuley» gegründet, die im Kontext der Reformation junge Menschen auf den richtigen Weg des Glaubens und des Lebens bringen sollte. Die Schule des Handelns nimmt dieses Jubiläum nun als Anlass, in Anlehnung an die heutige Zeit ebenfalls zu neuen Wegen zu inspirieren. Unterstützt wird das Projekt von dem Jubliäumsverein ZH-Reformation. «Wir hoffen natürlich, dass die Aktivitäten über den Workshop hinausgehen», sagt Zimmerer.

An der kommenden Veranstaltung am 03. März zum Thema «Solidarität als Prinzip» ist unter anderem Ali Can zu Gast, bekannt für seine Hotline für besorgte Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland.

«Gib alles», Samstag 03. März 2018, 10-18 Uhr, Kulturhaus Helferei. Anmeldung hier. Kosten: Zahl so viel du willst! Es werden keine Vorkenntnisse benötigt. Ein gemeinsames Mittagessen ist Teil des Programms.

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