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39 Jahre sind genug - Bauarbeiten stoppen – Mühleberg, BKW und Ensi vom Netz nehmen

Nach 39 Jahren AKW Mühleberg ist es höchste Zeit, den Schrottreaktor endlich endgültig ausser Betrieb zu nehmen. AKW-ADE und „Mühleberg AUSsitzen“ fordern zusätzlich, dass parallel dazu auch die Hauptverantwortlichen von BKW und Ensi endlich den Hut nehmen müssen.

 

Am 30. Juni 2011 nahm die BKW das AKW Mühleberg fünf Wochen vor der geplanten Jahresrevision vom Netz. Der Grund: erst nach 39 Betriebsjahren stellte die BKW dank Fukushima, Fokus Anti-Atom und einem ETH-Gutachten erstaunt fest, dass die Kühlwasserversorgung bei einem Hochwasser verstopfen könnte.


Von: aussitzen


Wir erinnern uns: Im Dezember 2009 ereignete sich im französischen AKW Cruas 4 ein gravierender Vorfall – die Kühlwasserleitungen im Fluss wurden bei starkem Regen und Hochwasser durch Schlamm, Schwemmgut und Trümmer verstopft. Ein Szenario à la Mühleberg... Nur durch einen Notplan der Werks-Crew konnte das Schlimmste verhindert werden.

 

Das Ensi hätte eigentlich damals diesen gravierenden Vorfall analysieren und die Resultate auf die Situation der Schweizer AKWs übertragen sollen. Doch nichts geschah. Im Gegenteil: Im Januar 2010 schrieb das Ensi den Schweizer AKWs einen Persilschein aus. „Hätte die Behörde bereits damals ein ETH-Gutachten verlangt, wäre Mühleberg schon vor einem Jahr vom Netz gegangen.“ (Sonntagszeitung vom 3.7.11, http://www.akw-ade.ch/?p=1146) Dies sind nur zwei von vielen Beispielen und Mühleberg AUSsitzen ist sehr beunruhigt über das Verhalten der ENSI

 

Wir fragen uns: Sind die Verantwortlichen von BKW und Ensi angesichts der wiederholten dilletantischen und Menschenleben gefährdenden Handlungsweisen fachlich überhaupt noch tragbar?

 

Wir stellen fest: Den Verantwortlichen von ENSI und BKW ist der Dauerstörfall Mühleberg längst über den Kopf gewachsen. Egal, ob die Hintergründe dafür in Vetternwirtschaft, korruptionsähnlichen Klüngeleien, bewusstem Unterlassen, fachlicher Unfähigkeit, Angst vor Gesichtsverlust oder Geldgier liegen – den Verantwortlichen von ENSI und BKW müssen nun endlich Grenzen gesetzt werden.

 

Für die BKW hat die Wiederinbetriebnahme des AKW Mühleberg mittlerweile einen derartigen Prestigewert, dass nicht mal mehr mit einem halbwegs sorgfältigen und ehrlichen Umgang mit den Mängeln und Gefahren im Zusammenhang mit dem Schrottreaktor gerechnet werden kann. Dass die BKW noch vor Abschluss aller von ihr als wichtig angesehenen Bauarbeiten den Reaktor wieder hochfahren will, ist ein alarmierendes Zeichen.

 

Die Aufsichtsbehörde Ensi steht nach etlichen Fehlleistungen in der Öffentlichkeit derart unter Druck, dass sie es sich wenigstens nicht mit den AKW-Betreiber_innen und der Atomlobby verscherzen will.

 

Es geht nicht an, dass die “gnädigen Herren” der BKW und “ihre” Aufsichtsbehörde weiterhin derart herumwursteln dürfen und damit nicht nur mit dem Schrottreaktor Mühleberg, sondern auch mit der Sicherheit der Bevölkerung herumexperimentieren.

“Das Verhalten der ENSI- und BKW-Verantwortlichen im Fall Mühleberg ist meiner Meinung nach nicht nur einfach grobfahrlässig, sondern schlicht und einfach kriminell” kommentiert AKW-ADE-Aktivist Tom Locher die Berichte über die Nachbesserungsarbeiten und die geplante Wiederinbetriebnahme Ende September. „Will das Ensi noch einen kleinen Rest an Glaubwürdigkeit behalten, so gibt es nur eines: es muss verfügen, dass das AKW Mühleberg abgeschaltet bleibt. Konsequenterweise für immer.“

 

AKW ADE und „Mühleberg AUSsitzen“ fordern den sofortigen Rücktritt der Verantwortlichen von ENSI und BKW sowie die endgültige Ausserbetriebnahme des AKW Mühleberg. Die dauernden Skandale und Enthüllungen haben die Laufzeit von Mühleberg nun abrupt auf Null gekürzt: Denn die Betreiberin BKW wie auch die Aufssichtsbehörde ENSI haben derart an Glaubwürdigkeit und an fachlichem Vertrauen eingebüsst, dass das AKW Mühleberg aus Sicherheitsgründen nie wieder in Betrieb genommen werden kann und darf.

 

Mit der Sitzblockade vor dem AKW Mühleberg ab 4. September soll diesen Forderungen Nachdruck verliehen und in einem Akt des zivilen Ungehorsams und der Notwehr, die unsinnigen Nachrüstungs- und Revisionsarbeiten lahmgelegt werden - sitzend, friedlich, tagelang - um so die erneute Inbetriebnahme zu verhindern.

 

Quelle: www.aussitzen.ch

 

Donnerstag, 01. September 2011

 


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