Wer A sagt, muss B tun.
Zeitpunkt Januar/Februar 2012
Jetzt am Kiosk.



Rubriken










Marktplatz

Links


Endlich wieder erhältlich




P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



9 Argumente für die Initiative "6 Wochen Ferien für alle"


 


1. Der Druck auf die Arbeitnehmenden hat zugenommen

 

Der technologische Wandel, die fortschreitende Globalisierung und die langen Rezessionsphasen führten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem wirtschaftlichen Erneuerungsprozess. Verdichtung und Intensivierung der Arbeit, Erhöhung des Arbeitsrhythmus, steigender Zeitdruck, ständige Anpassungsbereitschaft und absolute Verfügbarkeit sind die Folgen für die Arbeitnehmenden. Die Belastung am Arbeitsplatz ist gestiegen. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» kompensiert die Intensivierung der Arbeit in Form von längeren Verschnaufpausen und Erholungszeit.

 

2. Die Belastung am Arbeitsplatz ist ein Gesundheitsrisiko und führt zu hohen Kosten

 

Durch den zunehmenden Druck am Arbeitsplatz bekommen viele Arbeitnehmende Probleme mit der Gesundheit. Rund die Hälfte der Arbeitnehmenden gibt an, am Arbeitsplatz unter grossem Druck zu stehen. Die gesundheitlichen Folgen der steigenden Arbeitsbelastung kosten die Schweizer Volkswirtschaft jährlich über vier Milliarden Franken. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» senkt das Gesundheitsrisiko und reduziert die Kosten der steigenden Arbeitsbelastung.

 

3. Mehr Freizeit für mehr Lebensqualität

Bei vielen Arbeitnehmenden gerät die Balance zwischen Arbeit und Privatleben aus dem Gleichgewicht. Immer mehr Arbeitnehmende haben Mühe, Arbeit und Privatleben so miteinander zu vereinbaren, dass das Privatleben nicht zu kurz kommt. Die Arbeitnehmenden sollen neben der Arbeit genügend Zeit für die Familie, die Freunde oder für sich selber haben. Freizeit ist zentral für die Lebensqualität. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» ermöglicht den Arbeitnehmenden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren, und steigert die Lebensqualität.

 

4. Mehr Ferien entsprechen dem Erholungsbedürfnis

Eine Woche mehr Ferien entspricht einer Arbeitszeitreduktion von 10 Minuten pro Tag. Allerdings ist eine tägliche Arbeitszeitreduktion von 10 Minuten für die Arbeitnehmenden kaum spürbar. Die höhere Gangart in der Arbeitswelt macht es notwendig, dass die Arbeitnehmenden die Möglichkeit haben, einzelne Tage bis mehrere Wochen Distanz zur Hektik des Arbeitsalltags zu gewinnen. Eine Arbeitzeitreduktion in Form von mehr Ferien bringt einen Bündelungseffekt und erhöht die Selbstbestimmung und Zeitautonomie des Einzelnen. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» entspricht dem Erholungsbedürfnis der Arbeitnehmenden.

 

5. Grosse Unterschiede zwischen den Branchen

Heute unterscheiden sich die Ferienregelungen stark nach Branchen. Zahlreiche Branchen kennen nach wie vor nur das gesetzliche Minimum von vier Wochen Ferien, andere kennen einen bezahlten Ferienanspruch von fünf Wochen oder mehr. Diese Unterschiede sind nicht verständlich und nicht gerecht. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» schafft den Ausgleich und bringt für viele Arbeitnehmende eine Verbesserung.

 

6. Schweiz hat Nachholbedarf

Im europäischen Vergleich haben die Arbeitnehmenden in der Schweiz weniger bezahlte Ferien und Feiertage. Gleichzeitig kennen die Arbeitnehmenden in der Schweiz längere Wochenarbeitszeiten als ihre europäischen Kollegen. Insgesamt stehen den Arbeitnehmenden in der Schweiz jährlich fast drei Wochen weniger Freizeit für Familie und Freunde zur Verfügung als den europäischen Arbeitnehmenden. Mit der Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» erhalten die Arbeitnehmenden der Schweiz mehr Freizeit und holen im europäischen Vergleich etwas auf.

 

7. Arbeitsproduktivität ist stark gestiegen

Die Arbeitnehmenden sind in den vergangenen Jahren produktiver geworden. Zwischen 1992 und 2004 erhöhte sich die Arbeitsproduktivität um 13.8 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Reallöhne nur um bescheidene 3.2 Prozent. Der grösste Teil der erhöhten Arbeitsproduktivität kam den Arbeitnehmenden nicht zugute. Es besteht Nachholbedarf. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» will, dass die bereits erfolgten Produktivitätsgewinne an die Arbeitnehmenden in Form von mehr Ferien weitergegeben werden.

 

8. Investition in die Gesundheit und Arbeit

Mit sechs Wochen Ferien pro Jahr werden längere Erholungsphasen als Ausgleich zur hohen Arbeitsbelastung geschaffen. Erholte Arbeitnehmende sind produktiver, motivierter und leistungsfähiger am Arbeitsplatz und haben weniger Fehlzeiten. Eine Woche mehr Ferien bedeutet eine Investition von rund zwei Prozent der Lohnsumme. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» ist eine Investition in die Gesundheit und die Arbeit.

 

9. Realistische Übergangsfristen und schrittweise Erhöhung der Ferien

Der Ferienanspruch von sechs Wochen für alle soll möglichst einfach in die Praxis umgesetzt werden. Deshalb sind für die Umsetzung der Volksinitiative realistische Übergangsfristen vorgesehen. Nach der Annahme der Volksinitiative durch Volk und Stände haben die Unternehmen sechs Jahre zur Verfügung, um die Ferien aller Arbeitnehmenden schrittweise auf sechs Wochen zu erhöhen. Mit den vorgesehenen Übergangsbestimmungen ermöglicht die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» der Wirtschaft eine realistische Umsetzung.

Quelle: www.travailsuisse.ch

 

Unterschriftenbogen herunterladen:

http://www.travailsuisse.ch/de/system/files/Ferien_Unterschriftenbogen_Logo_TravailSuisse_0.pdf

 

 

Freitag, 02. Mai 2008

 


Druckversion