Ackerland: Das Ende der Stange ist praktisch erreicht

Mehr als ein Drittel der eisfreien Erdoberfläche wird derzeit als Acker- oder Weideland genutzt. Europa, Südasien und die östlichen USA haben die grössten Anbauflächen, während in Südamerika, China, im tropischen Afrika und in den westlichen USA das meiste Weideland besteht. Kanadische Forscher haben nun agrarische Datenbanken mit aktuellen Satellitendaten verglichen und ein Computerprogramm geschaffen, das Weideland von Ackerland unterscheidet.

Das Team um Navin Ramankutty von der McGill University in Montreal hat festgestellt, dass 15 Mio. Quadratkilometer (zwölf Prozent) als Anbauflächen und 28 Mio. Quadratkilometer (22 Prozent) als Weideland genutzt werden. Die Untersuchungen durch die Satelliten, die eine sehr genaue Aufschlüsselung im Zehn-Kilometer-Radius ermöglichen, sind die bisher genauesten Daten über die Nutzung der Landflächen auf der Erde. Die weltweite Landwirtschaft habe das Aussehen der Erdoberfläche in den vergangenen Jahrhunderten massiv verändert, so Ramankutty.

«Wenn jeder Chinese und jeder Inder pro Tag einen Hamburger isst, reichen die zur Verfügung stehenden weltweiten Anbauflächen nicht mehr aus», schätzt der Wiener Waldexperte Gerhard Glatzel von der Wiener Universität für Bodenkultur. «Die einzigen Reserven für eine Nahrungsmittelproduktion liegen in den ausgelaugten und degradierten Böden Afrikas», meint der Experte. Zur Belebung der Böden müsse man allerdings kräftig investieren. Nur elf Prozent der weltweit zur Verfügung stehenden Böden eignen sich als Anbauflächen, ohne grundlegende Veränderungen durchführen zu müssen, geht aus der FAO-Studie «Soil limits Agriculture» hervor.

Quelle: Pressetext austria
17. Februar 2008
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