Neuerscheinung

























Das pralle Leben
Zeitpunkt 108
Juli/August 2010
Jetzt am Kiosk.



Rubriken










Marktplatz

Links


Leider vergriffen




P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2008.
Die 2. überarbeitete Auflage erscheint voraussichtlich im Mai 2010.



Alle Kulturen durch Gemeinsamkeiten verbunden

Überall Ethnozentrismus und Heiratsregeln, sagt ein neues Buch eines Ethnologen


Von: pressetext


Menschen haben nicht nur in der Biologie, sondern auch in ihrer Lebensweise wesentliche Merkmale, die sie über Kulturen hinweg einen. Das veranschaulicht das Buch «Heimat Mensch - Was uns alle verbindet» von Christoph Antweiler vom Asienzentrum der Universität Bonn. «Kultur wird in der öffentlichen Debatte und sogar in vielen Wissenschaften mit Differenz gleichgesetzt. Unterschiede gibt es jedoch nur auf den ersten Blick. Mit etwas Abstand zeigt ein Vergleich wesentliche Gemeinsamkeiten", so der Ethnologe im pressetext-Interview.

 

 

Sexualität ist weltweit geregelt

 

Die rund 7.000 Völker, die unseren Planeten besiedeln, kennzeichnen sich durch grosse Vielfalt. Das zeige sich in allen Lebensbereichen, so Antweiler. «Wen und wie viele Menschen man beispielsweise heiraten darf, welche Riten es dafür gibt und wo das Paar später wohnt, ist weltweit sehr unterschiedlich geregelt. Gemeinsam haben alle Völker, dass sie Regeln für Sexualität besitzen.» Ähnliche Beobachtungen macht der Autor bei Emotionen, Spiel und Sport, Initiationsriten oder Machtstrukturen. Auch sei kein Volk frei von Ethnozentrismus, Fremdenfeindlichkeit oder physischer Gewalt zwischen den Geschlechtern.

 

Die im Buch gezeigte Universalität von Bedürfnissen und Neigungen widerspricht Mythen, die in der Vergangenheit sehr populär waren. «Noch vor hundert Jahren glaubte man, es gäbe Völker, die in Gewaltlosigkeit und paradiesischen Zuständen leben. Diese glücklichen ,edlen Wilden' - wie auch die ,bösen Wilden' - waren allerdings bloss die Projektion eigener Vorstellungen auf fremde Völker. Zwar sind manche Ethnien gewaltarm, doch sie brauchen ebenfalls Strategien zur Gewaltmeidung", so der Bonner Forscher. Grundlegende Fragen und Probleme seien weltweit gleich, Kulturen würden diese allerdings unterschiedlich gewichten und andere Lösungsmodelle entwickeln.

 

Dass Völker «ganz anders» seien, klinge zunächst sympathisch, führe jedoch zu Kulturrassismus. Fragwürdig sei jedoch auch das andere Extrem, bei dem kulturelle Grenzen verleugnet und durch Konzepte wie kulturelle Landschaften und Übergänge ersetzt werden.

 

Quelle: pressetext.deutschland

Ganzer Text: http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=091128004

 

Christoph Antweiler: Heimat Mensch – was uns alle verbindet. Murmann-Verlag, 2009. 269 S. Geb. € 18.-

 

Donnerstag, 03. Dezember 2009

 


Druckversion