Aufstand der frustrierten Freiwilligen
Bei Greenpeace Schweiz gibts Streit: Ein Teil der Basis macht mobil gegen die Geschäftsleitung und wirft ihr vor, das Marketing über die politische Arbeit zu stellen.
Die Vorwürfe an die Geschäftsleitung von Greenpeace Schweiz (GP) sind heftig. In einem internen Brief, der der WOZ exklusiv vorliegt, machen freie AktivistInnen, aber auch GönnerInnen ihrem Unmut Luft. Sie prangern die jüngste strukturelle und strategische Entwicklung von Greenpeace an und beklagen den aktuellen Kurs, der das Fundraising zunehmend ins Zentrum stelle.
«Die undemokratisch rigide Top-down-Führungskultur, die einseitige Konzeptverlagerung, der Umgang mit hauptamtlichen Aktivisten, die Missachtung der GP-Basis/Freiwilligenwelt ausserhalb des Büros entsprechen unserer Meinung nach weder dem Schweizer GP-Leitbild noch der internationalen GP-Kultur», heisst es gleich zu Beginn des Briefs, der im Dezember 2011 von rund sechzig Personen unterzeichnet wurde.
Neben einer Vernachlässigung der Freiwilligenarbeit steht vor allem die Prioritätensetzung in der Kritik: «Die einseitige Konzeptverlagerung auf Spenden und international bestimmte Medienarbeit entspricht nicht unserem Verständnis von Greenpeace.» Die Geschäftsleitung wird aufgefordert, in der Schweiz – einem Zentrum von höchst problematischem Rohstoffhandel – wieder aktiver zu werden. «Es ist nicht akzeptabel, mit dem Finger ins Ausland zu zeigen und die hiesigen Verursacher weltweiter Umweltverschmutzung friedlich walten zu lassen.»
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