Bäume zu Bauwerken
Architektur-Futuristen wollen mit Hilfe lebender Organismen neuartige und umweltfreundliche Häuser konstruieren. Ihr Plan ist es, Natur und Architektur zu vereinen.
Mitchell Joachim steht lächelnd neben einem Metallregal, in dem unter einer Plexiglashaube ein geräucherter Schinken ruht. Oder ist das doch ein mumifizierter Pferdekopf? Falsch geraten: Es ist eine Designstudie aus Trockenfleisch. Sie soll zeigen, wie man in Zukunft Häuser bauen könnte - schließlich ist der 38-jährige Joachim mit den hüftlangen Dreadlocks Architekturprofessor an der New York University. Sein Plan ist es, Natur und Architektur zu vereinen. "Da liegt es nahe, Gebäude aus lebendem Gewebe zu bauen", sagt er.
In seinem Designerbüro "Terreform1" in einem ehemaligen Bankgebäude in Brooklyn entwirft Joachim eine Welt, wie er sie sich "in 100 oder 150 Jahren" vorstellt. Er gehört zu einer neuen Architektengeneration, die sich nicht mehr nur auf kreative Intuition verlässt. Ihre Vertreter experimentieren mit lebenden Baumaterialien, mit Fleisch, Bäumen und Bakterien; sie orientieren sich an den Formen der Natur.
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