Biodiversitätskampagne der EU: «Vögel zählen»
EU-Kommission täuscht Öffentlichkeit mit teurer Billigkampagne zur Biodiversität
Die Europäische Kommission hat die global tätige Werbeagentur Ogilvy für eine weichgespülte und entpolitisierte Kampagne für Biodiversität engagiert.
Nach einem launigen Intro («Die Eiche ist verbunden mit dem Thunfisch») kann man «unseren Freund, den Apfel» treffen. Man kann lernen, dass schadstoffarme – also wahrscheinlich neue – Autos besser sind. Man kann erfahren, dass immer mehr Strassen den Wald durchschneiden, aber nicht, welchen Anteil die Transeuropäischen Verkehrsnetze und die Ausgestaltung des Europäischen Binnenmarktes dabei haben.
Unter der Frage «Was können Sie tun?» gibt die EU-Kommission den Bürgerinnen und Bürgern dann verschiedene Empfehlungen zur Erhaltung der Biodiversität. Noch am sinnvollsten ist der Tipp, Fisch mit Umweltsiegel zu kaufen – ohne dass allerdings gesagt wird, welches Siegel. Ansonsten wird ernsthaft empfohlen:
• Vögel zu zählen
• ein Eichhörnchen zu adoptieren
• Wasser für die Bienen hinzustellen
• «keine starken Chemikalien» im Garten zu verwenden
• sich «mit einer oder mehreren Lebewesen» bei Facebook anzufreunden
Über die europäische Agrar- und Fischereipolitik, die für den rasanten Artenschwund in Europa und der Welt mitverantwortlich ist, wird dagegen gelogen und geschönt, dass sich die Balken biegen. Auch unfreiwillige Komik ist dabei, wenn die EU-Mitgliedstaaten in der Gemeinsamen Fischereipolitik zusammenarbeiten, «solange sich Fische durch die Meere bewegen».
Kampagnenseite auf deutsch:
http://ec.europa.eu/environment/biodiversity/campaign/index_de.htm
Quelle: www.nadeshda.org
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