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Juli/August 2017, jetzt am Kiosk.



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Neu erschienen




Leila Dregger, Frau-Sein allein genügt nicht. Mein Weg als Aktivitistin für Frieden und Liebe, edition Zeitpunkt 2017, ca. 180 S., CHF 19.- / Euro 17.-

 

Geld: die schärfste Analyse auf dem Buchmarkt




Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. edition Zeitpunkt, 2015. 248 S., Fr. 23.–/€ 21.–.

 

Sie sah, was die Messgeräte verkannten




Cornelia Hesse-Honegger: Die Macht der schwachen Strahlung - was uns die Atomindustrie verschweigt. edition Zeitpunkt, 2016. 232 S., Fr. 29.-/€ 26.-.

 

Der lebt, was er denkt, und tut, was er sagt




Erwin Jakob Schatzmann: unverblümt – aphoristische Denkprosa. edition Zeitpunkt, 2015. 148 Seiten, mit 13 ganzseitigen farb. Abb. Geb. Fr. 18.–/€ 16.–.

Ein Buch, das die Schweiz verändert




Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, 3. Aufl., 2013. 84 S. Fr.12.50 / Euro 9.50.


Das Kleingedruckte


Von: Geni Hackmann


Haben Sie eine Ahnung, wie viel Zeit der amerikanische Mensch im Durchschnitt brauchen würde, um all die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die terms of service, zu lesen, die er im Laufe eines Jahres akzeptieren muss? Die Carnegie Mellon University hat es ausgerechnet: Es sind 76 Arbeitstage. Im seitenlangen Juristenblabla und einschläfernden Schwachsinn verstecken sich auch absolute Gaunereien. Drei Monate nach dem Kauf durch Facebook änderte beispielsweise Instagram seine terms of service und erlaubte sich selbst den Verkauf aller Inhalte auf seiner Website: Namen, Adressen und vor allem Bilder. Durch eine simple Änderung seiner Geschäftsbedingungen machte sich Instagram, d.h Facebook, 16 Milliarden Bilder zu seinem geistigen Eigentum. Kein Wunder, bezahlte Facebook eine Milliarde Dollar für eine Firma mit gerade mal dreizehn Angestellten!

Der Daten-Mafia liefert sich praktisch jeder gedankenlos aus: Google zum Beispiel gehören die Urheberrechte sämtlicher Inhalte, die auf Google Docs gespeichert werden. In den terms of service heisst es: «Wenn Sie Inhalte … auf unsere Dienste hochladen, geben Sie Google (und denen, die mit uns arbeiten) die weltweite Lizenz, sie zu verwenden, zu verwalten, zu speichern, zu reproduzieren, zu modifizieren oder abgeleitete Werke zu schaffen, sei es durch Übersetzung, Adaptation oder Änderung, und die Lizenz, solche Inhalte zu kommunizieren, publizieren, öffentlich vorzutragen, öffentlich zu zeigen oder zu verbreiten.» Liebe Google-Docs-Anwender: Haben Sie gewusst, dass Ihre Arbeit nun auch Google gehört? Selbstverständlich wollen die Konzerne nicht, dass das Kleingedruckte gelesen oder gar verstanden wird. Deshalb sind sie so lang und so langweilig Wir sollen unwissend den Raub geistigen Eigentums und die Zerstörung der Privatsphäre legalisieren.

 

Sonntag, 16. April 2017

 


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