Das wunde Geschlecht: Beschneidung von Knaben
Seit Jahrtausenden wird neugeborenen Knaben und jungen Männern eine Wunde zugefügt, wo es am meisten wehtut. Ein Tabu mit unabsehbaren Folgen.
Festgezurrt auf einer Kunststoffschale liegt ein acht Tage altes Kind. Seine Beine sind fixiert, damit es sich nicht wehren kann gegen das, was folgt. Der Schnitt ist kurz und schnell. Je nach Methode halten zwei Klammern die Vorhaut und heben sie so leicht vom Penis des Neugeborenen ab. Das Baby weint. Ein Schrei, der dem Betrachter durch Mark und Bein fährt. Der Vater steht daneben. Verunsichert. Er hält seinem Sohn einen Finger in den Mund, der zuvor in Wein oder Traubensaft getunkt worden ist. Eine andere Form der Schmerzlinderung oder gar eine Betäubung kommen hier nicht zum Einsatz.
Der Beschneider ist ein Meister seines Fachs. Er beruhigt die Anwesenden, die den Schmerz des Neugeborenen mitfühlen, so wie jedes menschliche Wesen vom Schrei eines Kindes zutiefst berührt wird. Dann kommt der eigentliche Schnitt, bei dem die Vorhaut – einer der empfindlichsten Teile des männlichen Körpers! – weggeschnitten wird. Das Baby schreit noch stärker. Die Mutter im Nebenraum wirkt verstört. Sie weint. Sie ahnt, dass da etwas geschieht, was sie im tiefsten Grund ihres Herzens eigentlich gar nicht will. Keine Mutter will, dass ihrem Kind Schmerzen zugefügt werden.
Weiterlesen bei «Spuren»:
http://www.spuren.ch/comments/970_0_2_0_C/
Druckversion














