"Der Castor beginnt in Australien"
Für den australischen Umweltschützer Dave Sweeney ist der Abbau von Uran das größte Problem. Längere AKW-Laufzeiten liessen nur die heimische Uranindustrie boomen, sagt er.
taz: Herr Sweeney, strahlender Müll, Sicherheitsrisiken - für Sie sind das nicht die wichtigsten Argumente gegen längere Reaktorlaufzeiten? Warum nicht?
Dave Sweeney: Für die Atomkraftwerke brauchen Sie einen Brennstoff - Uran. Mit viel Aufwand werden mittlerweile selbst magere Vorkommen ausgebeutet. Der Abbau des strahlenden Rohstoffs verursacht aber ernste Umweltprobleme.
Zum Beispiel?
Vor allem die Sicherung der strahlenden Schutthalden und Schlämme, die beim Uranabbau zurückbleiben, sowie der gewaltige Wasser- und Energieverbrauch der Minen sind ungelöste Probleme. Die Umgebung wird verseucht, auffällig viele Arbeiter und Anwohner der Minen leiden an Atemwegserkrankungen. Ich möchte, dass das in Deutschland auch bedacht wird. Man könnte sagen: Der Castor beginnt hier bei uns in Australien. Australien verfügt über rund 40 Prozent der Reserven des Atombrennstoffs Uran.
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