«Der Staat muss die Schwachen schützen»
Der Betroffene Christian Bahls sieht Beschneidung als Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung und ist empört, dass der Bundestag schon am Donnerstag entscheiden will.
Der Freitag: Herr Bahls, seit unzähligen Jahren werden Jungen beschnitten, ohne dass dies jemanden gerührt hätte. Plötzlich ist der Beschneidungsritus Gegenstand einer hitzigen Debatte. Was ist da los?
Christian Bahls: Europa ist eine humanistische Wertegemeinschaft, die das Recht auf körperliche Unversehrtheit hoch schätzt und gut schützt. Nun hat eine Gericht in diesem Sinne geurteilt, und die Beschneidung eines Jungen genannt, was sie ist: die absichtsvolle Körperverletzung eines Kindes in jüngstem Alter. Es ist gut, dass dieses Urteil endlich da ist. Es sagt: Eine solche Traumatisierung ist nicht hinnehmbar!
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