Der Streit um das gute Leben geht weiter
Der Riss ist gekittet, der Grundkonflikt bleibt. Boliviens Präsident Evo Morales hat ein Machtwort gesprochen und damit den Rücken der Ureinwohner gestärkt, die den Bau einer Überlandstraße durch das Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure (TIPNIS) unbedingt verhindern wollten, um dort weiter geschützt vor allzu viel kapitalistischer Moderne ihre traditionelle Lebensweise pflegen zu können.
Weder in Bolivien noch in Ecuador sind sich Regierung, das Volk und auch nicht die Indigenen einig, wohin die Reise en détail gehen soll: Jenseits der allseits akzeptierten indigenen Weltsicht des »Vivir bien« (Guten Lebens) und der Wertschätzung der Pacha Mama (Mutter Erde) ist in der politischen Praxis nach wie umstritten, wie viel kapitalistische Inwertsetzung und wie viel ressourcenschonendes Wirtschaften den Mix der bolivianischen oder ecuadorianischen Ökonomie künftig ausmachen sollen.
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