Der Weizenpreis ist explodiert
Als das Weizen-Exportland Russland einen Ausfuhrstopp verhängte, erhöhten sich die Preise dramatisch, Mais und Soja wurden ebenfalls teurer. Nun drohen Hungersnöte.
Ein langer Winter, Dürre im Frühsommer und Überschwemmungen danach - in diesem Jahr ist der Witz, die vier Feinde des Bauern seien Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Wirklichkeit geworden. Klaus Kliem vom Deutschen Bauernverband zog daher bei der Vorstellung der Erntebilanz 2010 am Mittwoch eine "magere Bilanz": Rund 12 Prozent weniger Getreide, 15 bis 20 Prozent weniger Kartoffeln und 17 Prozent weniger Äpfel als im vergangenen Jahr füllten die Landwirte in die Lager. Die schlechte Ernte begründe aber keine steigenden Lebensmittelpreise für die Verbraucher, betonte Kliem.
Große Teile des Winterweizens, der wichtigsten hiesigen Getreidekultur, seien noch immer nicht geerntet. Der DBV erwartet eine Erntemenge von 22,7 Millionen Tonnen, neun Prozent weniger als im Vorjahr. Dafür entwickelten sich die Erzeugerpreise "erfreulich", so Kliem. Die Weizenpreise waren in den vergangenen zwei Monaten an den Terminbörsen um 70 Prozent teurer geworden. Denn nicht nur die deutschen Bauern litten in diesem Jahr unter Wetterkapriolen.
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