Deutschland: Steuerparadies für Reiche
Während die Bundesregierung weitere Einschnitte in die Sozialleistungen vornimmt, weigert sie sich, den Haushalt über höhere Steuern für die zu entlasten, die darunter nicht leiden würden und nicht einmal ihren Konsum konjunturschädigend einschränken müßten. Damit stellt sich die Frage nach der Steuerlast für Reiche in Deutschland umso drängender.
Gerade in Deutschland sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse immer weiter auseinander gelaufen. Über den Zeitraum seit dem 1. Quartal 2000 bis 1. Quartal 2010 sind die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 2,6 % gesunken, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen trotz des Einbruchs in 2008 um 30,6 % expandiert sind. Die Vermögenspyramide läuft nach unten spitz zu, wobei die untere Hälfte der Bevölkerung nur sehr wenig oder nur Schulden besitzt.
Die Best- und Besserverdiener sind immer mehr durch Steuerentlastungen bereichert worden. So sank der Spitzensteuersatz von 56 % auf nur noch 45 %. Die vermögensbezogenen Steuern wurden immer weiter abgebaut, die Vermögenssteuer ganz gestrichen. Der Steuersatz auf Gewinne der Kapitalgesellschaften fiel von fast 57 % auf nur noch knapp 30 %. Mit der Abgeltungssteuer sank der Steuersatz auf Zinseinkommen auf nur noch 25 %, selbst für die ganz Reichen. Durch viele Schlupflöcher wurden selbst diese abgesenkten Steuern nur teilweise eingetrieben.
Dieser Text stammt aus dem lesenswerten Infoportal von Joachim Jahnke, wo auch mehr Details zu dieser Thematik zu finden sind:
Joachim Jahnke: Die zweite Grosse Depression - wo die Krise herkommt – wo sie hinführt – was tun? Shaker-media, 2009. 180 S. 94 Abb. € 14.95
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