Die Gefahr im Schatten der Aufmerksamkeit: Die Munis
Die Finanzwelt schaut gebannt auf den Euro. Dabei hat sich im Windschatten der Euro-Krise eine ganz andere aufgebaut, die den Dollar – immerhin die Weltreservewährung – viel härter trifft: die Agonie der Anleihen der amerikanischen Städte, Countys und Bundesstaaten. Es droht die Implosion.
Da die US-Städte, - Gemeinden und –Bezirke am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehen, steht der Markt für ihre Anleihen, die sogenannten Munis, die dazu dienen, lokale Infrastrukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge wie Schulen, Krankenhäuser, Nahverkehr, Kanalisation etc. zu finanzieren, unmittelbar vor der Implosion.
Dabei gibt es viele Parallelen zu der Subprime-Krise. Die Informationen über die finanzielle Lage der US-Städte, - Gemeinden und –Kreise sind alles andere als lückenlos. Dennoch haben die Rating-Agenturen ihren Anleihen in der ihnen eigenen willkürlichen Art die höchsten Noten gegeben. Wer sie besitzt, muss sich auf schlechte Überraschungen gefasst machen. Denn die Krise treibt viele Gebietskörperschaften, die aus politischen oder tatsächlichen Gründen ihre Einnahmenseite (Steuern und Abgaben) nicht verbessern können, in den Ruin. Vor dem Hintergrund des Auslaufens des Konjunkturprogramms der Bundesregierung und des Programms Build America Bonds, mit dem die Bundesregierung die Städte und Gemeinden bei der Ausgabe von Anleihen finanziell unterstützte, des sich ankündigenden Negativwachstums der US-Wirtschaft (was zu Steuerausfällen führt), des weltweiten Trends zu Sparprogrammen für die öffentlichen Hand und die Angst der Finanzmärkte vor zu hohen öffentlichen Schulden, lässt sich für den Markt der „munis“ nur das Schlimmste vorhersagen.
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