Die Revolution der Terra Preta
Die Terra Preta hat das Potenzial, mehrere Krisen gleichzeitig zu überwinden: die Klimakrise, die Hungerkatastrophe und die Hygienemisere in den Slums. Und das alles ohne Agrochemie, sondern in einer Agrarrevolution von unten. Ute Scheub besuchte einen der Wiederentdecker der Terra Preta, den Bodenkundler Haiko Pieplow, am nördlichen Rand von Berlin.
Haiko Pieplow greift in einen seiner Pflanzkübel und lässt eine der fruchtbarsten Erden der Welt durch die Finger krümeln. Der promovierte Bodenkundler wird dabei malerisch umrahmt von bunten Gemüsen und mediterranen Gewächsen, die aus dem Boden seines Wintergartens am Rande von Berlin wachsen. Bodensubstrate auf Basis von Biokohle können Abfälle in Rohstoffe umwandeln und damit eine echte regionale Kreislaufwirtschaft initiieren, erläutert der Agraringenieur. Weltweit angewandt, könnte diese Methode rund 20 Prozent des Kohlendioxids aus der Luft holen und zugleich die Böden dauerhaft fruchtbar machen. Der Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre würde damit entscheidend verringert und gleichzeitig der Hunger bekämpft. Schwarzerde – hergestellt von Landwirten und Kleinbäuerinnen, Hobbygärtnern und SlumbewohnerInnen – könne eine buchstäbliche Graswurzelrevolution auslösen.
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