frei | gefangen



Zeitpunkt 150
Juli/August 2017, jetzt am Kiosk.



Rubriken










Marktplatz

Links


 

Neu erschienen




Leila Dregger, Frau-Sein allein genügt nicht. Mein Weg als Aktivitistin für Frieden und Liebe, edition Zeitpunkt 2017, ca. 180 S., CHF 19.- / Euro 17.-

 

Geld: die schärfste Analyse auf dem Buchmarkt




Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. edition Zeitpunkt, 2015. 248 S., Fr. 23.–/€ 21.–.

 

Sie sah, was die Messgeräte verkannten




Cornelia Hesse-Honegger: Die Macht der schwachen Strahlung - was uns die Atomindustrie verschweigt. edition Zeitpunkt, 2016. 232 S., Fr. 29.-/€ 26.-.

 

Der lebt, was er denkt, und tut, was er sagt




Erwin Jakob Schatzmann: unverblümt – aphoristische Denkprosa. edition Zeitpunkt, 2015. 148 Seiten, mit 13 ganzseitigen farb. Abb. Geb. Fr. 18.–/€ 16.–.

Ein Buch, das die Schweiz verändert




Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, 3. Aufl., 2013. 84 S. Fr.12.50 / Euro 9.50.


Die Saat ist aufgegangen

Chapeau für Robert und Christine Zollinger


Von: Christoph Pfluger


Vor 34 Jahren haben sie mit der ersten biologischen Samenzucht begonnen: Robert und Christine Zollinger.

Vor 34 Jahren haben sie mit der ersten biologischen Samenzucht begonnen: Robert und Christine Zollinger.

Die beiden müssen ein bisschen verrückt gewesen sein, als sie vor 34 Jahren im Thurgau auf einem Hektar Land mit der ersten biologischen Samenzucht der Schweiz begannen. Christine und Robert Zollinger waren nicht nur erfüllt von jugendlicher Begeisterung, sie waren auch tüchtig und hartnäckig – und die Schweiz kann froh sein darum. Denn als der Bio-Boom einsetzte und biologisches Saatgut knapp wurde, war sogar das renommierte Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) dafür, Bio-Samen auf die Schnelle zu produzieren: Samen einmal ohne Chemie vermehren – ein Bio-Ferienlager gewissermassen – sollte genügen. Keine Rede von echter Zucht von Saatgut unter biologischen Bedingungen. Dank den Zollingers ist die biologische Zucht von Saatgut heute Standard, wenn auch nicht ein zwingender. Bio-Gemüseproduzenten, die die Grossverteiler beliefern, verwenden immer noch Saatgut aus dem Schnellverfahren.

 

Robert und Christine Zollinger hatten auch Glück: 1992 konnten sie einen zehn Hektar grossen Hof im sonnigen Unterwallis übernehmen, 2002 einen benachbarten Hof mit nochmals 17 Hektar und vor einigen Jahren eine Gärtnerei mit Gewächshäusern. Nicht nur das Geschäft mit Saatgut gedieh, auch die Familie: Auf den 1. Juli übernehmen die Söhne Tulipan, Til und Tizian den Betrieb. Falk, der vierte Sohn, ist noch um Studium. Sie sorgen in Zukunft dafür, dass die Pflanzenvielfalt in den Schweizer Gärten erhalten bleibt. Denn die Biodiversität im Gemüseanbau ist noch nicht gewonnen. Dazu braucht es nicht nur Menschen wie die Zollingers, sondern Gemüseproduzenten, Hobbygärtner und Konsumenten, die nicht mit je einer Sorte Gurken, Tomaten oder Auberginen zufrieden sind, sondern auch mal «Lange Zürcher», «Froschkönigs Goldkugel» oder einen «Obsidian» geniessen wollen. Dass sie es können, verdanken sie nicht zuletzt den Zollingers. Hut ab und vielen Dank!

 

 

Wer wissen möchte, wie Radieschen, Salat oder Blumenkohl im blühenden Stadium aussehen, wird sich am Tag der offenen Tür in der Samengärtnerei Zollinger am 8. Juli in Les Evouettes kaum sattsehen können.

Weitere Infos und Katalog: www.zollinger.bio

 

 

Mittwoch, 28. Juni 2017

 


Druckversion