"Die Würde des Menschen steht unter Finanzierungsvorbehalt"
Am 7.3. fand in Dortmund ein "Tribunal" der Linkspartei zum Thema: "Wer macht eigentlich die ganze Arbeit?" statt. Ellen Diederich, eine erwerbslose, in vielen sozialen und politischen Bewegungen engagierte Frau, war dort als Zeugin eingeladen. Hier sind ihre kritischen Anmerkungen, die eine bewegende Innenansicht von von Betroffenen des deutschen Sozialsystem geben.
"Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Methoden irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden", sagt John Maynard Keynes in seiner allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes.
"Ein Gespenst geht um in Europa!" – So beginnt das Kommunistische Manifest. Das Gespenst von heute ist die so genannte Finanzkrise. Im Gegensatz zu Marx' Gespenst von damals ängstigt es vor allem die ArbeiterInnen und Angestellten, und erst recht die, die am Rande der Gesellschaft leben, hier oder in der Dritten Welt. Denn ihnen droht, so heißt es, Arbeitslosigkeit, Konsumverzicht und das Ende jeder Gesundheits- und Sozialpolitik. Den SteuerzahlerInnen dämmert es allmählich, dass sie auf Jahrzehnte hinaus die unglaublichen Gelder werden abtragen müssen, die der Staat in das marode Bankensystem pumpt. Ein Großteil der Menschen in diesem Land und international ist bereits dort, wohin weitere Millionen kommen werden: in ein Leben in Armut.
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