«Die Zeit der Tyrannen ist vorbei»
Die Haftstrafen für drei Mitglieder der Kreml-kritischen feministischen Punkband Pussy Riot - zwei Jahre Lagerhaft - sind weltweit auf Empörung und Kritik gestossen. Rund um den Globus protestierten Anhänger der jungen Frauen in zahlreichen Grossstädten gegen den Schuldspruch.
Es schien wie eine paradoxe Intervention in Form einer künstlerischen Punk-Perfomance zu sein: Junge Frauen aus der feministischen Szene erstürmen in selbstgehäkelten bunten Masken den Altarbereich der Christi Erlöser Kirche in Moskau und rezitieren ein Punkgedicht, in dem sie die aus ihrer Sicht Verlogenheiten, die unter den heiligen Masken von Kirche und Staat geschehen, anprangern und die Jungfrau Maria bitten, sie möge doch Putin sowie die falschen Heiligen vertreiben. Auch die Machenschaften der orthodoxen Kirche, die unter ihrem Heiligenschein offenbar staatlich legitimierte obskure Geschäfte betreibt, werden thematisiert. Die Töne sind schrill, die Gebärden obszön - dort wo es um Kritik an Kirche und Staat geht -, das Gebet an Mutter Maria dagegen wird inbrünstig vorgetragen. Schrill und obszön müssen im Falle von Pussy Riot die Botschaften auch ausfallen, denn schrill und obszön ist es auch, was sie anprangern, wenn z.B. Homosexuelle in Arbeitslager nach Sibirien verbannt werden, Demonstranten willkürlich verhaftet werden oder die orthodoxe Kirche in einem Kuhhandel für ihre Unterstützung Putins steuerfrei mit Alkohol und Tabak handeln darf und Grundstücke aus der Zeit vor der Revolution zurückerhält.
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http://www.connection.de/artikel/gesellschaft-oekologie/pussy-riot.html
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