Droht in Griechenland eine Militärdiktatur
In einem letzten Teil seines Berichts über die griechischen Verhältnisse geht Niels Kadritzke den Gerüchten nach, wonach in Griechenland ein erneuter Militärputsch drohen könnte. Schliesslich wird noch der Mythos der Privatisierung auf den Boden der Realität geholt.
Ein dritter Mythos taucht in deutschen Medien sporadisch auf. Zwar war in der BILD-Zeitung schon Ende Mai unter Berufung auf eine CIA-Warnung von einer Putschgefahr die Rede, aber von seriösen Medien wurde das damals nicht aufgegriffen. An den Spekulationen, die erneut im Herbst aufkamen, war in Deutschland nur Gabor Steingart vom Handelsblatt beteiligt. In anderen europäischen Ländern brachte es das Gerücht jedoch zu beträchtlicher Prominenz. Das gilt vor allem für Frankreich, wo sogar Politiker wie Michel Rocard von einem auf das Militär gestützten Regime warnten. Als Quelle solcher Befürchtungen verwiesen französische Medien auf Giorgos Papandreou selbst, der am 2. November in Cannes gegenüber Merkel, Sarkozy und Barroso von der Gefahr eines Putsches gesprochen habe. Griechische Kommentatoren schließen nicht aus, dass Papandreou damit seine Referendums-Idee plausibler machen wollte (Ta Nea vom 28. November 2011). Wahrscheinlicher ist, dass es sich schlicht um ein Missverständnis oder eine durch Gerüchte aufgeblasene Geschichte handelt.
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