Eine Krabbelstube in der Bankfiliale
Was unternimmt man gegen eine Regierung, die partout den Sozialstaat gegen die Wand klatschen will? Man lässt sich was Neues einfallen. Und vergisst die Vergangenheit nicht.
Im Grunde genommen war alles ernüchternd. Da kamen sie aus dem ganzen Land herbeigeströmt, hatten in Birmingham, Sheffield und Leeds Busse gemietet, waren in Bristol, Brighton und Luton in Züge gestiegen, um denen im Londoner Regierungsviertel mal richtig die Meinung zu sagen – und dann interessierte sich niemand für ihre Kritik. Die Regierung nicht, die Unterhausabgeordneten nicht und auch die Medien nicht. Dabei hätte sich ein genaues Hinhören gelohnt. «Was denken die eigentlich, wo wir uns herumtreiben, wenn sie unsere Jugendzentren zumachen?», fragte da etwa Chandel Neadham aus Wolverhampton. Noch bitterer und ein klein bisschen drohend klang auch das, was Deyontae James zu sagen hatte: «Die sparen doch bloss bei uns, weil sie glauben, dass wir uns nicht wehren können.»
Fast alle der über tausend Jugendlichen, die sich da in der Londoner Methodist Central Hall versammelt hatten, zeigten sich ähnlich frustriert. Sie berichteten, dass in manchen Grafschaften, etwa in Oxfordshire, die Jugendarbeit inzwischen gänzlich eingestellt wurde, dass dort aufgrund der drastischen Sparmassnahmen der konservativ-liberalen Regierung alle Jugendzentren schliessen mussten und dass sämtliche Jugendarbeiter Innen entlassen wurden.
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