Energiewende im Dorf
«Österreichs Ökomekka», titelt ‹die tageszeitung›. Güssing, ein randständiger Ort an der Grenze zu Ungarn nutzte seine natürlichen Ressourcen und wurde zum Europäischen Zentrum für erneuerbare Energie (EEE). Vor zwanzig Jahren schien das 4000-Seelen-Dorf langsam auszusterben: Siebzig Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung pendelten nach Wien, trotzdem gab es weder Zug noch Bus. Junge Leute zogen weg. Die Hinterwälder besannen sich auf das, was sie hatten, Wald, und nutzten ihn ohne Raubbau zur Energiegewinnung. Unterstützt durch die EU, bauten sie verschiedenste Kraftwerke, darunter eine Pilotanlage zur Holzverdampfung. Die Landesregierung redete die neu gewonnene Energieautonomie Güssings erst klein, wurde aber eines Besseren belehrt. Die Region spürte den Aufwind – in den letzten 15 Jahren liessen sich fünfzig Betriebe in Güssing nieder und mehr als 1000 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Das EEE wird sogar von Japanern besucht. Es verspricht denn auch mehr als die Holzverwertung: Zurzeit versuchen Wissenschaftler, Plastikmüll und Klärschlamm in Strom zu verwandeln.
Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&dig=2010%2F11%2F20%2Fa0023&cHash=390b00e3c1
Website: www.eee-info.net
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