Euro-Kollaps: Ich war dabei
Das begonnene Endspiel und der Geschmack des Historischen
"Ich war dabei", so lautete das Bekenntnisbuch von Franz Schönhuber, Mitglied der Waffen-SS und später führender Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Als Fallschirmjäger brachte er damals den rechten deutschen Geist nach Griechenland. Im Vorwort des Buches wünscht er den Lesern: "... mögen Ihnen große Zeiten erspart bleiben!"
Ist aber dumm gelaufen. Ich bin jetzt auch dabei, wir sind wieder dabei. Noch geht es nicht um Fallschirme, sondern um Rettungsschirme und die Jäger sind die "Finanz-Märkte", welche die Staaten als Beute vor sich hertreiben. Doch glaubt man den Kommentatoren, stehen wir kurz vor der großen Katastrophe in Europa. Dabei geht der Maya-Kalender doch erst Weihnachten kommenden Jahres zu Ende.
Wie fühlt es sich eigentlich an, das "Historische"? Es ist seltsam. Der Fall der Mauer, zum Beispiel, fühlte sich im oberbayerischen München gar nicht an. Die Erinnerung weist zwar Bilder von jubelnden Menschen auf der Leopoldstraße aus, aber das war wegen der gewonnenen Fußballweltmeisterschaft. Die DDR war damals von München-Schwabing oder München-Haidhausen so weit weg wie Dösing bei Lalling (Niederbayern) oder die Andamanen-Inseln (Indien). Gut, es gab jene Menschen, die die 100 Mark Begrüßungsgeld kassierten und seltsamen Autos durch die Gegend fuhren. Das war aber exotisch, und nicht nah.
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