Europas erste Biokohle-Produktion geht in Betrieb
Die Effizienz der pflanzlichen Photosynthese übersteigt nicht nur diejenige von Solarzellen um ein Vielfaches, sondern auch jene von allen sonstigen CO2-Speicherverfahren. Die Firma Swiss-Biochar nutzt diesen natürlichen Prozess, um der Atmosphäre CO2 zu entziehen und zugleich Energie sowie einen höchst wirksamen Bodenverbesserer zu gewinnen. Am Mittwoch wurde in Lausanne Europas erste industrielle Anlage zur Produktion von Biokohle aus organischen Abfällen in Betrieb genommen.
Erst als man vor 2500 Jahren herausfand, wie sich Holz und Stroh zu Kohle verschwelen lassen, gelang es, so heiße Feuer zu entfachen, dass aus Erzen das wertvolle Eisen tropfte. Dieses ließ sich fortan zur Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Maschinen verwenden. Viele Jahrhunderte lang wurde die Holzkohle jedoch nicht nur als Brennstoff, sondern auch als Bodenverbesserer verwendet. In Japan, in Amazonien, in Kenia, in Skandinavien, in Südfrankreich, überall, wo Menschen täglichen Umgang mit Holzkohle hatten, erkannten sie, dass sich die Fruchtbarkeit ihrer Böden erhöhte, sobald sie der Ackerfurche diese Kohle hinzu gaben. Im letzten Jahrhundert, als Braunkohle, Erdöl und synthetische Düngemittel viele traditionellen Methoden der Landwirtschaft obsolet machten, ging dieses Wissen samt der Bauernschläue verloren.
Seit knapp zehn Jahren entdeckt die Wissenschaft nun auf anderen Wegen abermals, dass mit Kompost vermischte Holz- und Biokohle sterbende Landwirtschaftsböden wiederbelebt, die Ernten steigert, die Erosion bremst, die Wasserhaltefähigkeit erhöht, ja sogar Wüsten wieder urbar machen kann.
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