Handy im Tinnitus-Verdacht
Forscher: Elektromagnetische Strahlung sind Problem für Gehör
Telefonieren mit dem Handy tragen Mitschuld daran, dass es weltweit immer mehr Fälle von Tinnitus gibt. Diesen Verdacht äußern Forscher der medizinischen Universität Wien in der Zeitschrift "Occupational and Environmental Medicine" auf Basis einer kleinen Untersuchung. "Wer länger als vier Jahre ein Mobiltelefon besitzt, hat ein doppelt so hohes Risiko für Tinnitus", erklärt Studienleiter Michael Kundi.
Tinnitus bei fleißigen Handynutzern häufiger
Die Forscher untersuchten 100 Patienten, die bereits länger als drei Monate lang an Tinnitus litten. Diese Wahrnehmungsstörung zeigt sich durch andauerndes Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen oder Klopfen im Ohr, während jedoch Außenstehende keine Geräusche wahrnehmen. Tinnitus kann auf Ohrerkrankungen oder Verletzungen zurückgehen, sowie auf ein weites Spektrum anderer, teils ungeklärter Ursachen. Die Forscher konzentrierten sich allein auf letztere Fälle und verglichen sie mit 100 gesunden Menschen.
Bei intensiven Handynutzern stieg die Wahrscheinlichkeit, an dem Ohrenleiden zu erkranken, um 37 Prozent. Das Risiko stieg auch mit Dauer des Handybesitzes an. Die Forscher führen dies auf elektromagnetische Strahlung zurück, die von Ohrschnecke und Hörgang absorbiert werden.
Die Mobilfunkindustrie, vertreten durch das österreichische
«Forum Mobilkommunikation» spielt die Ergebnisse herunter: "Es ist der erste und zudem statistisch nur sehr schwache Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Handy und Tinnitus. Frühere Laboruntersuchungen mit Ratten bei Strahlungsintensitäten weit über dem Grenzwert konnten keine Schädigungen des Ohres feststellen”, sagt Maximilian Maier, Sprecher des Forums.
Abstract zur Studie unter http://oem.bmj.com/content/early/2010/06/23/oem.2009.048116.abstract
Ganzer Text: http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=100720034
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