»Ihr repräsentiert uns nicht«
Noch bevor die 20 Staatschefs in Cannes angekommen sind, haben tausende Gipfelgegner am Dienstag in Südfrankreich gegen das prominente Treffen demonstriert. Ihr Motto: Menschen zuerst, dann die Finanzen. Auf einem Gegengipfel in Nizza sollen ab heute alle Bürger eine Stimme bekommen.
»Wer sind die wahren Randalierer?« Auf diese rhetorische Frage hat Gildas Jossec gleich eine Antwort parat: die G20. »Ein paar Scheiben sind schnell repariert, die Staatschefs der mächtigsten 20 Staaten zerstören aber gerade unsere Zukunft und die unserer Kinder«, schimpft der Sprecher des Bündnisses gegen den Gipfel. Er hat zusammen mit Globalisierungskritikern aus ganz Europa die Proteste organisiert.
Zum Auftakt des Treffens der Staats- und Regierungschefs der 20 mächtigsten Industrie- und Schwellenländer protestierten am Dienstag laut Polizei rund 5000 Menschen in Nizza gegen die Diktatur der Finanzmärkte, für eine gerechte Verteilung des Reichtums und mehr Demokratie. Das bunte Völkchen zog weitgehend friedlich durch Nizza, das 30 Kilometer von Cannes entfernt liegt. Auf Spruchbändern wurde immer wieder die Einführung einer Finanztransaktionssteuer gefordert, auch »Indignados« waren unter den Protestierenden und verkündeten: »Ihr repräsentiert uns nicht«.
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