Italiens Bankenkrise ist ein Pulverfass


Die Bankenrettung mit Verlusten für Aktionäre, Obligationäre und Sparer funktioniert nicht. Es wird noch mehr Geld gedruckt.

Die Schlagzeilen letzter Woche gehörten dem Brexit. Dramatische Vorgänge hinter den Kulissen der EU blieben wenig beachtet. Es gab weder Communiqués noch Pressekonferenzen.


Statt Banken künftig mit Steuergeldern zu retten («Bail-out»), hatte die EU ein «Bail-in»-System beschlossen, bei dem zuerst die Aktionäre, die Obligationenbesitzer und auch Kundenguthaben von über 100'000 Euro die Verluste decken sollen. Aktuell stehen etliche Grossbanken Italiens vor so grossen Problemen, dass ein «Bail-in» zur Anwendung hätte kommen müssen. Doch die Regierung Renzi weigerte sich und die EU-Behörden haben mindestens vorläufig kapituliert. Ein bedenkliches Signal aus Brüssel so kurz nach der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien.


Um die Hintergründe und die Tragweite der Geschehnisse zu verstehen, hier zunächst ein Blick auf die Situation einiger italienischen Banken. Diese befinden sich seit Längerem in einer tiefen Krise. Sie führen nach offiziellen Angaben faule Kredite in Höhe von enormen 360 Milliarden Euro in ihren Bilanzen (ausstehende Kredite, deren Rückzahlung unwahrscheinlich ist).
Erst im Dezember griff die Regierung in Rom ein und rettete vier regionale Banken vor der Insolvenz. Sie griff dazu auf das in der EU eingeführte «Bail-in» zurück und erleichterte rund 150'000 Aktionäre und Anleihenbesitzer um die runde Summe von 750 Millionen Euro.

Diese Enteignungs-Massnahme quittierte die italienische Bevölkerung mit so heftigen Protesten, dass sich die Regierung in Rom gezwungen sah, nach anderen Wegen zu suchen, um weitere Bankenpleiten abzuwenden.

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