Kognitive Dissonanz
Wochenlang berauschten sich die Börsianer an rasant steigenden Kursen. Die ökonomische Realität wurde dabei komplett ausgeblendet. Jetzt folgt der Absturz.
Vieles deutet darauf hin, daß innerhalb von drei Jahren nun schon die zweite Spekulationsblase an den großen Börsen geplatzt ist. Infolge des 2008 zusammengebrochenen US-Immobilienmarktes war z.B. der wichtigste Börsenindex, der amerikanische Dow Jones, bis zum 6. März 2009 von fast 14000 Punkten auf seinen vorläufigen Tiefststand von 6626 Punkten gefallen. Seither stieg er so schnell wie noch nie in seiner Geschichte und erreichte innerhalb von knapp 13 Monaten am 23. April wieder 11304 Punkte. Weltweit waren andere Börsen diesem Trend gefolgt, obwohl das ökonomische Umfeld alles andere als rosig aussah. Nicht nur in den USA, sondern weltweit sah sich die Realwirtschaft mit einem breiten Spektrum schier unüberwindbarer Probleme konfrontiert. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis dieser in der Sozialpsychologie als »kognitive Dissonanz« bekannte Zustand der Finanzmarktakteure wieder von der Realität eingeholt werden würde.
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