«Künstlerische Freiheit»: Trostpflaster für Selbstprekarisierung
Viele Kreative leben an der Grenze des Existenzminimums. Plädoyer für ein Grundeinkommen, das Autonomie gewährt – damit Werke wieder produktionskritisch sein können.
Die Produktionsweisen der zeitgenössischen Kunst gleichen mitunter Manufakturen, wie man sie aus dem alten Verständnis von Handwerk kennt. Der Meister entwirft und die Künstlervasallen setzen die Ideen um. Ein System, in dem die Parameter der Ästhetik verdächtig nahe an die Wirtschaftlichkeit von Kultur rücken und in dem große Namen zählen sowie grosse Summen fliessen. Nicht unähnlich verhält es sich im kommerziellen Galeriebetrieb: Der finanzielle Mehrwert und die Gewinnmaximierung bestimmen, was gute Kunst ist und was nicht – und die dazu gehörenden Künstlerfiguren, meist männlich und weiss, sind Protagonisten, die sich medial erzählen lassen. So kennt man Kunst nur in den Zusammenhängen des Marktes.
http://www.freitag.de/kultur/1032-kunstproduktion-mit-hartz-iv-stipendium
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