Landwirtschaft: Ober- und Untergrenzen bei Direktzahlungen beibehalten!
Der Systemwechsel bei den Direktzahlungen will eine konsequentere Orientierung an den gemeinwirtschaftlichen Leistungen, mehr Ökologie und eine bessere Nachvollziehbarkeit für den Bürger erreichen. Hinter den Änderungen stehen damit wichtige und nachvoll- ziehbare Anliegen. Im neuen System sollen jedoch die Obergrenzen der Direktzahlungen abgeschafft und eine Erhöhung der Untergrenze vollzogen werden. Das muss verhindern werden, damit kleine und mittlere Betriebe nicht benachteiligt werden!
Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2014-2017
Im heutigen System sind die Direktzahlungsbeiträge nach Einkommen, Vermögen, Fläche oder Tierzahl eines Bauern bzw. Betriebs abgestuft und begrenzt. Neben dieser Obergrenze gibt es auch eine Untergrenze für Direktzahlungen, die bei einer viertel Standardarbeitskraft (SAK) festgelegt ist. Während die Obergrenze einen übermässigen Profit von Einzelnen verhindert, ist die Untergrenze dazu da, dass der Staat keine ganz kleinen Direktzahlungssummen ausbezahlen muss.
Da die Direktzahlungen im neuen System vermehrt nach der Leistung abgegolten werden, sollen die Obergrenzen fallen. Der Anreiz für eine Vergrösserung des Betriebs würde dadurch stark ansteigen. Um die bereits heute sehr grosse Nachfrage nach Boden in Zukunft besser abdecken zu können, möchte man mit der Erhöhung der Untergrenze für Direktzahlungen erreichen, dass die kleinsten Betriebe ihr Land hergeben. Die Bodenmobilität soll somit auf Kosten der Kleinsten und zugunsten der Grossen angeregt werden. Dies, obwohl kleine Betriebe ebenso ihre Leistungen erbringen und das oftmals in abgelegenen Regionen und auf schwierig zu bewirtschaftenden Flächen.
Kleine und mittlere Familienbetriebe würden benachteiligt
Die Kleinbauern-Vereinigung ist überzeugt, dass diese Rechnung nicht aufgehen wird. Kleine Be- triebe, meist sind es Nebenerwerbsbetriebe, die unter die SAK-Untergrenze fallen würden, werden versuchen sich zu vergrössern, um wieder Direktzahlungen zu erhalten. Schlussendlich werden diese vom Landwirtschaftseinkommen weniger abhängigen Nebenerwerbsbetriebe zusammen mit zahlungskräftigen Grossbetrieben eine Vergrösserung anstreben. Die grossen Verlierer werden die kleinen und mittleren Familienbetriebe sein. Sie sind weniger finanzstark und werden bei diesem Kampf um Boden nicht mithalten können.
Forderung nach mehr Transparenz bei den Direktzahlungsbeiträgen
Die Ausrichtung des Direktzahlungssystems an den gemeinwirtschaftlichen Leistungen, also den Leistungen für die Allgemeinheit, verpflichtet zu einer transparenten Information über die Leistungen der Landwirte und die Gegenleitungen durch Direktzahlungen. Nur eine offene Information führt zur Akzeptanz und Glaubwürdigkeit des neuen Direktzahlungssystems.
Quelle: www.kleinbauern.ch
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