Meditieren statt Pauken

„Ab in den Meditationsraum!“ heisst es neuerdings in der Coleman-Grundschule in Baltimore wenn sich ein Schulkind daneben benommen hat. Das sei wesentlich effektiver als klassische Strafen wie Nachsitzen oder Schimpfen, sagen die Lehrer. Statt strengen Lehrerblicken hilft den Kindern jetzt ein gemütlicher Raum mit Kissen und Kerzen, um wieder zur Besinnung zu kommen. Der Effekt hat alle Beteiligten überrascht: „Man kann sich nicht vorstellen, dass kleine Kinder wirklich still meditieren. Aber sie tun es“, sagt Kirk Philips, der das Projekt zusammen mit der Holistic Life Foundation koordiniert. Das spricht sich rum. Auch in Deutschland gibt es bereits Schulen, die mit Meditation experimentieren. In Waldorfschulen gehören vergleichbare Angebote wie Eurythmie, Morgensprüche und Jahreszeitenfeste von jeher zum Programm. Langsam scheint sich die Einsicht durchzusetzen, dass Wärme und Spiritualität zu den Grundbedürfnissen junger Menschen gehören, mindestens ebenso wie das Pauken von Zahlen und Fakten.


http://hlfinc.org
www.mindfulnessinschools.org
08. Dezember 2016
von:

Über

Ingo Hoppe

Submitted by reto on Mi, 09/27/2017 - 11:19

Ingo Hoppe 
studierte Philosophie und Geschichte in Basel; seit 1999 als freier Journalist unterwegs. Die Universitätsreform (Bolognaprozess) verarbeitete er in dem Buch: Der freiheitliche Universitätsbegriff Wilhelm von Humboldts (fiu-verlag.com). Desweiteren veröffentlichte er über die Zukunftsvision des russischen Philosophen Wladimir Solowjew: Eine kurze Erzählung vom Antichrist (urachhaus.de). Aktueller Schwerpunkt ist die Erforschung spiritueller Inhalte in Filmen und Computerspielen (siehe ZP 145 Krieg der Götter und ZP 149 Ihr seid Götter). – Ingo Hoppe hält auf Anfrage Vorträge zu zeitgeschichtlichen, philosophischen und spirituellen Themen. 
 

ingo.hoppe@zeitpunkt.ch