Mehr Pestizide - mehr Gefahren
Mit einer Steigerung um 7,8 Prozent auf 33,2 Milliarden wächst der weltweite Pestizidmarkt schneller als die landwirtschaftliche Produktion.
Die Chemie- und Agrarindustrie boomt und legt von den USA über Europa bis nach Asien überall an Gewinn zu. «Das Geschäft mit Pestiziden macht wieder Spass», findet Hans Theo Jachmann, Deutschland-Chef von Syngenta, der weltweiten Nummer 2 des Pestizidmarktes, in der Tageszeitung «Die Welt». Allein im ersten Quartal 2008 wuchsen die Umsätze mit Pestiziden bei Syngenta um 22 Prozent. Laut Jachmann sind neue Pestizidfabriken schon in Planung. Auch Konkurrent Monsanto profitiert von der «Erfolgsstory». 8,6 Milliarden Dollar hat der US-Agrarkonzern im vergangenen Geschäftsjahr mit Saatgut und Pestiziden umgesetzt. Zuwächse gibt es auch für den Kunstdüngermarkt vor allem in Asien, Lateinamerika und – aufgrund des Maisethanol-Booms – in den USA.
Doch die Risiken für Mensch und Umwelt scheinen die Agrarkonzerne mehrheitlich auszublenden, um Landwirtschaft am Optimum betreiben zu können sind Pestizide und Dünger gefragt.
In Zukunft sollen den neuen EU-Regelungen zufolge alle erwiesenermassen krebserregenden, erbgutverändernden oder reproduktionstoxischen Stoffe nicht mehr zugelassen werden. Zwar fürchtet die Chemie- und Agrarindustrien für eine Mehrheit ihrer Pestizide ein Verbot, doch von diesen Verboten sind nur wenige Wirkstoffe betroffen. Eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace zeigt jedoch, wie notwendig strikte Ausschlusskriterien für Pestizide wären. Von den fünf weltweit führenden Chemie- und Agrarkonzerne, wie Bayer, Syngenta, BASF, Dow oder Monsanto verkaufen alle grosse Mengen für Mensch und Umwelt hoch gefährliche Pestizide. 243 der 512 untersuchten Stoffe werden als «besonders kritisch» eingeschätzt und stehen daher auf einer «schwarzen Liste». Den höchsten Sortimentsanteil von «besonders schädlichen» Pestiziden führt mit 60 Prozent der US-Agrarkonzern Monsanto. Die beiden deutschen Konzerne BASF und Bayer führen auf ihrer Pestizidliste jeweils ca. 50 Prozent besonders kritischer Wirkstoffe.
Quelle: www.umweltinstitut.org
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