Modelldorf Hirschfelde: Im Osten viel Neues
In einem Dorf in Brandenburg realisieren Sonja und Dieter Moor den Aufbau Ost in Eigenarbeit. Der TV-Moderator betreibt mit seiner Frau nicht nur einen Hof mit «wesensgerechter Nutztierhaltung», sondern will auch ein Modelldorf mit Selbstgemachtem entstehen lassen.
Gleich hinter Berlin, dort, wo die schier endlosen Marzahner Plattenbauten enden und eben noch Beton war, tut sich vor uns die Weite Brandenburgs mit herbstlich gefärbten Buchenwäldern auf. »J.w.d.« – janz weit draußen – murmelt Gregor, der Berliner Fotograf, der mich begleitet. Wir sind auf dem Weg zu Sonja und Dieter Moors Hof. Mit scharfsinnigen und eloquent vorgetragenen Kommentaren hat mich Dieter Moor als Fernsehmoderator schon als zehnjährigen Jungen beeindruckt. Wir überqueren die Bahngleise, biegen rechts in ein Wäldchen ein, fahren ein Stück übers offene Land – und sind auch schon am Ziel: Hirschfelde, ein verschlafenes Nest, wie es viele im Osten Deutschlands gibt. Häuser mit grau-brauner Spritzbetonfassade, dazwischen Backstein- und Natursteingebäude, manche mehr, manche weniger saniert. Am Ufer des Dorfweihers, wo im fiktiven Dorf »Amerika« aus Dieter Moors charmantem Bestseller »Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht« ein »Reiterstandbild ohne Reiter« steht, befindet sich im real-existierenden Hirschfelde ein bronzener Zwölfender. Gegenüber finden wir das »Kranke-Hunde-Kackfarbene«, wie Moor sein neues Heim beim ersten Anblick beschreibt.
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