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P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



Gaza: Phosphor-Verbrennungen


 


Gestern wurden von der englischen Zeitung „Times“ erste Vorwürfe geäussert, die israelische Armee habe wie schon im Libanon-Krieg 2006 in Gaza Phosphor-Granaten eingesetzt. Diese verursachen einerseits dichte Rauchwolken, die dem Gegner die Sicht verhindern, und erleuchten andererseits die Umgebung, wodurch sie den Vormarsch ermöglichen. Gleichzeitig verursachen brennende Phosphor-Tropfen schreckliche Verbrennungen auf der Haut.

 

Phosphor-Munition wurde auch von den Briten und Amerikanern beim Einmarsch in den Irak (Keine Napalm-Bomben im Irak, nur MK77-Brandbomben) und während der Einnahme von Falludscha verwendet (Doppelte Moral). Nach dem Genfer Abkommen darf Weisser Phosphor nicht in zivilen Gebieten und nur gegen militärische Ziele eingesetzt werden. Das ist zwar kein absolutes Verbot. Aber die Verwendung der chemischen Waffen in dicht besiedelten Gebieten würde doch auf jeden Fall gegen das Abkommen verstossen und müsste als Kriegsverbrechen gelten.

 

Wie schon im Libanon-Krieg weist das israelische Militär erst einmal den Einsatz von Phosphor-Granaten zurück. Zumindest wird gesagt, man verwende keine Munition, die nicht nach internationalem Recht erlaubt sei, was eigentlich schon bedeutet, dass man Phosphor-Munition verwendet.

 

Wer militärisch mit Bomben und Artilleriebeschuss ein dicht besiedeltes Gebiet erobern und kontrollieren will, wird zwangsläufig grosse Zerstörungen und viele zivile Opfer verursachen – und kann dies nicht allein scheinheilig auf den Gegner schieben, der allerdings seinerseits mit unpräzisen Raketen irgendetwas, das heisst vor allem zivile Ziele angreift.

 

Quelle: http://www.heise.de/tp

 

Dienstag, 06. Januar 2009

 


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