Permakultur – Regionale Nachhaltigkeit statt globale Industrialisierung
Permakultur ist ein relativ neuer Begriff, der an altes Wissen anknüpft. Und ist eine Antwort auf eine immer naturfeindlichere Landwirtschaft und Lebensweise. Im Zentrum stehen kurze Stoffkreisläufe und der Aufbau von stabilen Ökosystemen. Ein Landwirt und ein Umweltnaturwissenschafter berichten über ihre Erfahrungen mit Permakultur.
Wer in Esslingen auf den Bauernhof von Lorenz Kunz kommt, merkt rasch, dass hier keine konventionelle Landwirtschaft betrieben wird. Hinter dem Stall hat es zwei grosse Weiher, auf den Wiesen stehen hunderte von Bäumen und Sträuchern. Ein so genannter Erdstall bietet den Schweinen Schutz vor garstiger Witterung. Dazwischen blüht und grünt es in allen Nuancen. Auf den ersten Blick wirkt vieles chaotisch. Auf den zweiten entdeckt man Kräuter zwischen den Sträuchern und vieles mehr. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass der heutige Permakultur-Landwirt bis ins Jahr 2004 hier intensive Milchwirtschaft betrieben hat. “Auch ich habe meine Hochleistungskühe gepusht. Das Kraftfutter wurde per Camion angeliert, Eiweissträger (Soja) aus Brasilien, biologisch und gentechfrei.“ Auf der anderen Seite regte er sich damals über all jene auf, die in Deutschland billig einkaufen, statt hier in der Region. Für Lorenz Kunz ging das immer weniger auf und schliesslich kam der Punkt, an dem er dieses System nicht mehr länger unterstützen wollte. Die logische Antwort für ihn war die Permakultur.
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