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Neu erschienen




Leila Dregger, Frau-Sein allein genügt nicht. Mein Weg als Aktivitistin für Frieden und Liebe, edition Zeitpunkt 2017, ca. 180 S., CHF 19.- / Euro 17.-

 

Geld: die schärfste Analyse auf dem Buchmarkt




Christoph Pfluger: Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. edition Zeitpunkt, 2015. 248 S., Fr. 23.–/€ 21.–.

 

Sie sah, was die Messgeräte verkannten




Cornelia Hesse-Honegger: Die Macht der schwachen Strahlung - was uns die Atomindustrie verschweigt. edition Zeitpunkt, 2016. 232 S., Fr. 29.-/€ 26.-.

 

Der lebt, was er denkt, und tut, was er sagt




Erwin Jakob Schatzmann: unverblümt – aphoristische Denkprosa. edition Zeitpunkt, 2015. 148 Seiten, mit 13 ganzseitigen farb. Abb. Geb. Fr. 18.–/€ 16.–.

Ein Buch, das die Schweiz verändert




Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, 3. Aufl., 2013. 84 S. Fr.12.50 / Euro 9.50.


Praxis der Achtsamkeit

Ohne Leid kein Freud


Von: Lioba Schneemann


«Leid kann ein ausgezeichneter Lehrer sein», sagt der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh. Es gebe eine Kunst, richtig zu leiden. Liest man da richtig? Alle Welt redet von der Kunst, glücklich zu sein, und dann behauptet er dies?

Gemeint ist, dass wir uns auf zwei Dinge konzentrieren können: Darauf, Leiden anzuerkennen und darauf, zu lernen, damit umzugehen. Es heisst, sich nicht mehr abzulenken, sondern Schritte zu unternehmen, die uns befähigen, bewusster und gesünder zu leben. Nehmen wir etwa grössere Anspannungen im Körper wahr, können wir uns dies bewusst machen – oder wie Thich Nhat Hanh sagt, «tief schauen» –, dann die Ursachen ausfindig machen, etwa Zeitdruck oder Glaubenssätze und daran arbeiten. Wir können für mehr Entspannungsinseln und Ruhe im Alltag sorgen, wir können lernen, sanfter mit uns umzugehen, uns Zeit für alles zu nehmen, in das Jetzt zurückzukehren als uns dauernd abzuhetzen oder uns ständig abzulenken.

«Achtsamkeit ist die Energie, die weiss, was passiert», sagt Hanh. Man solle das Leiden gar «mit Achtsamkeit umarmen»: Alles, was in unserem Körper und Geist auftaucht, bewusst wahrzunehmen, allem Raum zu geben. Dazu gehören auch unangenehme Dinge wie Stress, Schmerzen und Leid. Wo wir also eher Widerstand spüren, sollen wir hinsehen, hinspüren, wahrnehmen. Thich Nhat Hanh sagt: «Wenn wir wissen, wie wir «richtig» leiden, dann leiden wir viel weniger. Und du kannst einen Schritt weitergehen und dein Leiden gut nutzen, um daraus Glück zu erschaffen – so wie der Lotus den Schlamm braucht, um daraus Blüten wachsen zu lassen. Dies ist eine Kunst.» (Vortrag von Thich Nhat Hanh, März 2014)



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Lioba Schneemann ist als MBSR-Lehrerin und Entspannungscoach in Liestal und andernorts tätig.

www.schneemann-entspannt.ch;

www.swissthera­pieteam.ch

 

Buchtipp: Jon Kabat-Zinn: Schmerz. Meditationen zum Umgang mit chronischen Schmerzen. (Booklet& CD), Arbor Verlag, 2013

 

 

 

Donnerstag, 06. Oktober 2016

 


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