Schenkökonomie: die Welt schöner machen
Der einflussreichste Vordenker von «Occupy» ist der amerikanische Philosoph und Mathematiker Charles Eisenstein. Seine aufrüttelnde, visionäre und weise Rede, die er auf dem Mystica-Kongress im Literaturhaus München gehalten hat, deutet die Menschheitsgeschichte als Prozess der zunehmenden Trennung von der Natur und den gegenwärtigen Umbruch als notwendigen Prozess des Erwachsenwerdens.
Wir leben in zwei Welten, der alten Welt und der neuen Welt. Was uns in die alte Welt zieht, ist die Geldwirtschaft, die wir als Stimme in unserem Kopf schon verinnerlicht haben. Die Geldwirtschaft und das Zinssystem haben uns nicht nur in eine wirtschaftliche und ökologische Krise gestürzt, sondern auch in eine spirituelle Krise. Wir beginnen zu begreifen, dass keine technische Lösung wie etwa der Rettungsschirm das Problem lösen kann. Eine Lösung kann nur auf einer umfassenderen, tieferen Ebene wachsen. Wir müssen begreifen, dass die Geldwirtschaft zu einer Trennung zwischen Mensch und Natur geführt hat, und das wir die Trennung nur aufheben können, wenn wir statt der Geldwirtschaft ein System der Schenkökonomie einführen, dass die Trennung aufhebt und die Verbundenheit fördert.
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