Schon wieder eine Jahrhundertflut
Es war in den letzten Jahren eines der beliebteren Argumente der Händler des Zweifels, dass die Erwärmung des Planeten gestoppt sei. Das war zwar von Anfang an haltlos, da der langfristige Trend von der natürlichen Variabilität und periodischen Schwankungen überlagert wird, aber mancher Laie ließ sich durch derlei beeindrucken. Das dürfte nach diesem zurückliegenden Jahr der Extreme etwas schwerer fallen.
Ende letzter Woche hat auch die Klimaabteilung des britischen Wetterdienstes, das Hadley Center in Exeter, seine Auswertung der Temperaturdaten für 2010 bekannt gegeben. Nach Berechnung der britischen Wissenschaftler betrug die 2010 über den ganzen Globus und das ganze Jahr gemittelte Temperatur 14,5 Grad Celsius. Damit war das Jahr nach britischer Zählung das zweitwärmste Jahr nach 1998, als die globale Temperatur 14,52 betrug.
Die US-Behörde NOAA sowie das Goddard Institute for Space Studies der NASA hatten zuvor leicht höhere Werte veröffentlicht, was allerdings angesichts von Unterschieden in den Methoden und verwendeten Datensätzen nicht weiter verwunderlich ist. Die Abweichungen betragen zwei bzw. sechs Hundertstel Grad Celsius. Die Weltmeteorologieorganisation WMO weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass es in den drei Datensätzen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Jahren 1998, 2005 und 2010 gebe. Die statistische Unsicherheit - bedingt durch Messfehler und Ähnliches - beträgt nach Angaben der WMO neun Hundertstel Grad Celsius.
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