Seit einem Jahr in Haft.
Seit einem Jahr sind die drei Journalisten und Friedensaktivisten Sarah Shourd, Shane Bauer und Josh Fattal in einem iranischen Gefängnis inhaftiert. Der folgende Text soll einen Überblick über ihre Arbeit und die Umstände ihrer Verhaftung geben.
Die drei Aktivist_innen, Sarah Shourd, Josh Fattal und Shane Bauer waren bis zu ihrer Inhaftierung als freie Journalisten in verschiedenen Weltgegenden unterwegs. Der Fokus ihrer Berichterstattung lag dabei auf der amerikanischen Außenpolitik und deren Folgen für die Staaten in Ostafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Dennoch führte sie ihre oppositionelle Haltung dieser Politik gegenüber nicht zu einem blinden Unterstützen der autoritären Regime dieser Regionen. Sie setzten sich in einer Vielzahl an Beiträgen kritisch mit den ZUständen vor Ort auseinander. Als Beispiele für ihr Wirken sind dabei folgende Arbeiten hervorzuheben:
Im Jahr 2009 veröffentlichte Shane Bauer einen mehrseitigen Artikel über die Aufstellung irakischer Todesschwadronen, die direkt dem Befehl Nuri al-Malikis, dem irakischen Ministerpräsidenten, unterstellt wurden. Der Artikel, welcher ursprünglich in “The Nation” erschien, deckte neben der Existenz dieser Truppe, die Parallelen zu dem bislang zu wenig beachteten Krieg in El Salvador auf, in dem ebenso Spezialeinheiten zu Lasten der Bevölkerung eingesetzt wurden. Dieser Artikel erschien in deutscher Sprache in der “Le Monde diplomatique”. Desweiteren wurde Shane mehrfach für seine Audio- und Fotoreportagen über die Bevölkerung im Sudan ausgezeichnet, die auf seiner Webseite abzurufen sind.
Sarah Shourd beschäftigte sich in großem Maße mit der Situation irakischer Flüchtlinge in Syrien. Im Rahmen dieser Arbeit fertigte sie verschiedene Interwies mit Familien und Vetreter_innen der irakischen Flüchtlinge an. Ausschnitte dieser Arbeit sind in einem versteckt angefertigtem Video (weiter unten verlinkt) zu sehen. Daneben schrieb sie verschiedene Artikel über die Situation in Äthiopien und Jemen.
Gerade ihre, sowohl gegen die US amerikanische Regierung, als auch gegen die autoritären Regime im Nahen Osten gerichtete Berichterstattung, lässt ihre derzeitige Situation umso folgenschwerer erscheinen.
Doch was war passiert?
Vor ca. einem Jahr weilten die drei zusammen mit einem Freund Shon Meckfessel, der sie oftmals bei ihren Reisen begleitete, im Norden des Iraks. Dieser kurdische Teil gilt als relativ sicher. Sie bereisten schon mehrmals diese Region und verfügten dort über gute Kontakte. Sie begaben sich auf einen mehrtägigen Ausflug in das Grenzgebiet zum Iran, wobei es nicht ihre Absicht war die Grenze zu überschreiten. Allerdings ist diese Region schwer zugänglich und die Grenze nicht markiert. Scheinbar wurden sie im Verlauf ihrer Tour von iranischen Sicherheitskräften überwältigt und in ein Gefängnis überstellt. Der Vorwurf der iranischen Behörden lautet Spionage und illegaler Grenzübertritt. Gerade der Vorwurf der Spionage und ihre amerikanische Staatsbürgerschaft ist im Hinblick auf die derzeitige außenpolitische Situation des Irans äußerst belastend. In anderen Fällen würde die US amerikanische Regierung intervenieren und auf eine Freilassung bestehen. Da es sich bei den Festgenommen jedoch um Personen mit einer ausgesprochen oppositionellen Haltung handelt, sieht sich das amerikanische Außenministerium derzeit zu keinen Schritten bereit. Für die iranische Regierung sind ihre Reportagen und Arbeiten ebenso wenig wohlwollend gewesen und zudem stellen sie als Amerikaner ein hervorragendes Propagandainstrument dar.
Ganzer Artikel lesen: www.de.indymedia.org
Druckversion














